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Atemgift

Der schrille Warnton rettet Leben

Weil ein Stuttgarter Paar einen Kohlenmonoxidmelder in der Wohnung hatte, wurde Schlimmeres verhindert.

14.06.2019

Von JÜRGEN SCHMIDT

Foto: Jürgen Schmidt

Stuttgart. Sven O. und seine Freundin Daniela hatten Glück im Unglück. Das junge Paar aus Stuttgart, das bald sein erstes Kind erwartet, wurde Opfer einer Kohlenmonoxidvergiftung. Weil sie aber ein Warngerät für das geruch- und farblose Gas im Badezimmer hatten, konnten sie die Wohnung rechtzeitig verlassen und kamen ohne gravierende gesundheitliche Schäden davon. Es war an einem Sonntag beim Duschen, als Sven O. einen Warnton hörte. Es war allerdings nicht der Rauchmelder, wie vermutet, sondern der CO-Melder, den er vor einem Jahr bei einer Aktion der Stuttgarter Radiostation „Die Neue 107.7“ gewonnen hatte. Der Lokalsender hatte mit der Aktion auf ein Unglück in Esslingen reagiert, bei der eine vierköpfige Familie in ihrem Reihenhaus durch das Atemgift ums Leben gekommen war.

Die Feuerwehr, die Sven alarmiert hatte, bevor er sich mit seiner Freundin ins Freie rettete, habe einen Wert von 2500 ppm (Millionstel Gramm) Kohlenmonoxid gemessen, erklärt der Betroffene. Ab 200 ppm spreche man von gefährlicher Konzentration. Sven O. und seine Freundin wurden ins Krankenhaus gebracht und mit reinem Sauerstoff beatmet, um die CO-Konzentration im Blut zu senken.

Kohlenmonoxidvergiftungen sind keine Seltenheit. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war das Gas im Jahr 2016 für 640 Todesfälle verantwortlich. Die Zahl der Vergiftungen geht in die Tausende. Häufigste Quellen für Kohlenmonoxid in Wohnungen sind Kamine oder Gasthermen, wie Christopher Haigis, Sprecher der Feuerwehr Stuttgart erklärt. Die Feuerwehrleute musste in diesem Jahr in fünf Fällen wegen defekten Gasthermen ausrücken. Aber auch falsch gelagerte Holzpellets können zu einer gefährlichen Kohlenmonoxid-Entwicklung führen.

Bei dem Paar aus Stuttgart war es der Gas-Durchlauferhitzer, der das gesundheitsschädliche Gas ausstieß. „Die Abgasleitung war verstopft, weil die Therme seit drei Jahren nicht mehr gewartet worden war“, räumt Sven O. ein. Inzwischen sei das aber nachgeholt. Der junge Mann spricht sich klar für eine Pflicht zum Einbau von Kohlenmonoxidmeldern aus, ähnlich der Rauchmelderpflicht in Wohnungen und Häusern, in denen potentielle Kohlenmonoxid-Quellen vorhanden sind. Das wäre auch aus Sicht der Stuttgarter Feuerwehr zu begrüßen, meint Sprecher Haigis. Er geht davon aus, dass die Warngeräte bislang allerdings eher wenig verbreitet sind. Jürgen Schmidt

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Erstellt:
14. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2019, 06:00 Uhr

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