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Europaplatz · Die Logistik hat es in sich

Der neue Busbahnhof im Plan · Schon jetzt ist recht klar, wo welcher Bus mal abfahren wird

Einen Busbahnhof zu planen, ist eine logistische Herausforderung.

14.11.2017
  • Sabine Lohr

Wann fahren Busse ein und aus, wo kommen sie sich eventuell in die Quere, wo steigen die Passagiere ein und aus, welche Linien sollen direkt vor dem Haupteingang zum Bahnhof halten? Wo bringt man die Regional-, Fern- und Touristikbusse unter, wo die Taxis und wo die Autos, die nur mal kurz vor dem Bahnhof anhalten? Und wie muss alles angeordnet werden, damit der Busbahnhof reibungslos funktioniert?

Die städtische Projektleiterin für den Busbahnhof Kathrin Korth und der Verkehrsplaner der Stadtwerke Lars Hilscher haben sich darüber schon mehrere Stunden den Kopf zerbrochen – und eine Lösung gefunden. Die kann sich zwar in Details noch ändern, habe aber, so Korth, „inzwischen ziemlich Hand und Fuß“.

Zwei Steige nur für Ankünfte

Der neue Busbahnhof liegt direkt vor dem Hauptbahnhof und zieht sich entlang sämtlicher Bahnhofsgebäude einschließlich der Güterhalle. Vor der wird ein Kreisel angelegt, am westlichen Ende eine Wendeplatte. Die Busse, die von der Neckarbrücke her kommen, biegen wie bisher auch am Trautwein-Eck in die Europastraße ab, von dort dann links in die so genannte Bügelstraße. Am Kreisverkehr fahren sie alle nach rechts. Dann fahren sie entweder zu „ihrem“ Steig oder lassen die Passagiere an Steig J, einem reinen Ankunftssteig, aussteigen.

Wer zum Hauptbahnhof will, kann dann hinter dem Bus direkt über den Busbahnhof gehen. „Hinter dem Bus ist wichtig, damit die Passagiere nicht die Abfahrt verzögern“, so Hilscher.

Alle Busse, die nach Westen den Busbahnhof verlassen, haben ihren Steig auf der Nordseite und verlassen von dort den Busbahnhof. Alle anderen Linien halten an der Südseite, wozu sie über die Wendeplatte fahren. Sie verlassen den Busbahnhof dann entweder über die Bügel- und Europastraße oder über die Poststraße.

Auf der Südseite ist ein weiterer reiner Ankunftssteig vorgesehen. Der wird vor allem in den Stoßzeiten gebraucht, besonders für die Kliniklinien, die dann eng getaktet fahren. Auch die Busse für Schüler halten dort.

Weil alle Bussteige leicht schräg angeordnet sind, behindern sich die Busse nicht gegenseitig beim Ein- und Ausfahren. Anders als jetzt: „Wenn die Steige F oder E belegt sind, kommen die Gelenkbusse nicht mehr raus.“ 18 Meter lang sind diese Fahrzeuge – und es gibt noch längere: Der Capacity-Bus hat 21 Meter. „Kein Problem beim neuen Busbahnhof“, beteuert Korth.

Grundlage für die Planungen war der heutige Fahrplan. Berücksichtigt wurden auch Fahrten, die in absehbarer Zeit dazukommen – so sollen etwa die Linien 11 und 12, die bisher stündlich fahren, künftig alle 30 Minuten verkehren. Einen Puffer gibt es dennoch: Auf Steig G bleibt jede Menge Zeit, um dort weitere Busse halten zu lassen.

Die starken Regionalbuslinien zum Flughafen und auf die Härten haben ihre Steige ebenfalls am Busbahnhof, alle anderen halten westlich davon. Dort werden sechs 30 Meter lange Bussteige gebaut. An denen könnten Touristikbusse halten, aber auch Fernbusse. Die hätte die Verwaltung zwar gerne an der Hegelstraße, „aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, so Korth.

Für den Individualverkehr ist der Busbahnhof gesperrt. Nur Taxis dürfen bis vor das Bahnhofsgebäude fahren. Wo Platz geschaffen wird für diejenigen, die jemanden mit dem Auto zum Bahnhof bringen und dort samt Gepäck abladen, ist noch nicht sicher. Wer sein Auto abstellen will, kann das in der Tiefgarage tun, die unter dem Busbahnhof gebaut wird. Die Ein- und Ausfahrt dafür ist im Westen.

Der Baubeginn für den Busbahnhof, der für Anfang 2019 geplant war, hängt davon ab, wann das Parkhaus Altstadt Mitte fertig saniert ist. Das ist nach aktuellem Stand erst im Herbst 2019 wieder geöffnet.

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14.11.2017, 01:00 Uhr
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