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Der höhere Wert

Kommentar zur Erkrankung Manuela Schwesigs

Für viele Menschen ist Krankheit etwas sehr Privates. Für viele ist das Thema Fremden gegenüber und auch in der Firma tabu, zu groß ist die Furcht, in die Mitleidsecke zu rücken oder sogar wegen der Krankheit benachteiligt zu werden.

11.09.2019

Von Guido Bohsem

Berlin. Zu sehr scheint unsere moderne, globalisierte Welt auf Effizienz und Funktionieren getrimmt, als dass persönliches Leid oder gar Schmerzen dort noch Platz finden könnten.

Vielleicht war es Manuela Schwesigs Absicht, mit der Erklärung über ihre Brustkrebs-Erkrankung auch dieses moderne Tabu zu brechen. Jedenfalls hat die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern richtig gehandelt, sie hat vorbildlich gehandelt. Schließlich ist sie als Repräsentantin der Gesellschaft genau das: ein Vorbild für gesellschaftliches Verhalten.

Mit dem Bekenntnis zu ihrer Krankheit bereitet sie den Weg zu mehr Menschlichkeit und Verständnis. Sie zeigt, dass es Wichtigeres gibt als Karriere und Beruf – nämlich Gesundheit und Familie. Es ist ihre Entscheidung, doch noch überzeugender wäre gewesen, sie würde auch ihr Amt als Regierungschefin eine Zeitlang ruhen lassen. Auch das geht ohne Probleme.

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Erstellt:
11. September 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
11. September 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. September 2019, 06:00 Uhr

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