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Zum Tod von Hugh Hefner

Der ewige Playboy

Mit Nacktfotos, guten Interviews, deftigen Herrenwitzen und Tipps für den Umgang mit Frauen macht Hugh Hefner den „Playboy“ zu einer Welt-Marke. Nun ist er im Alter von 91 Jahren gestorben.

29.09.2017
  • DPA

Los Angeles. Sein letztes Ja-Wort gab er 2013 mit 86 Jahren dem „Playmate“ Crystal Harris. Die Braut von „Mister Playboy“ war sechs Jahrzehnte jünger. Drei Ehen, vier Kinder und – nach eigenen Angaben – über tausend Liebschaften: Hugh Hefner, der Gründer des Männermagazins „Playboy“, war der Lebemann schlechthin. Mit dem Tod des Verlegers, Journalisten und Unternehmers geht eine Ära zu Ende. Hefner wurde 91 Jahre alt. Er starb am Mittwochabend „friedlich und unter natürlichen Umständen in seinem Haus ,The Playboy Mansion' im Kreis geliebter Menschen“, wie der „Playboy“ mitteilte.

Als Hefner 1953 seine erste „Playboy“-Ausgabe in die Schreibmaschine tippte, ahnte er noch nicht, dass die Mischung aus Nacktaufnahmen, Artikeln, Interviews, deftigen Herrenwitzen und Tipps für den Umgang mit dem anderen Geschlecht so durch die Decke gehen würde. Ihm selbst ging es auch darum, dem puritanischen Teil Amerikas eine Antwort zu liefern.

Marilyn Monroe zierte das erste Titelbild, später ließen Ikonen wie Jayne Mansfield, Ursula Andress, Kim Basinger, Sharon Stone, Nancy Sinatra, Katarina Witt und Madonna für das Hochglanzmagazin mit der Ausklappseite die Hüllen fallen.

Während das Magazin voller nackter Tatsachen seinen Siegeszug durch die USA und von 1972 an auch durch Deutschland antrat, war „Hef“ deutlich mehr als der Womanizer im Morgenmantel. Das lüsterne Grinsen tauschte er gegen eine ernste Mine, wenn er Kritikern in Talkshows seine Ansichten über sexuelle Freizügigkeit oder die Rechte von Schwulen und Lesben darlegte. Seine Vision: „Bibliothekarinnen, Anwälte und sogar deine eigene Sekretärin werden den ,Playboy' als Werkzeug nutzen, sich selbst neu zu erfinden.“

Dabei wird gern übersehen, dass Hefner sich in den 60ern für die Gleichbehandlung von Schwarzen und Weißen einsetzte. Er ließ afroamerikanische Jazz-Größen wie Ella Fitzgerald, Sammy Davis Jr. und Dizzy Gillespie in seinen TV-Shows und in den „Playboy“-Clubs auftreten. Schwarze Paare mischten sich – wenn auch in begrenzter Zahl – unter die weißen „Bunnies“ in einer Zeit, als so ein Nebeneinander selten war. Mit Jennifer Jackson wurde in einer Ausgabe von 1965 erstmals eine Afroamerikanerin „Playmate“.

Hefners Geschichte fing mit einem gebrochenen Herzen an. Betty Conklin hieß die kecke Brünette, in die sich der 16-Jährige gnadenlos verliebt hatte. Wunderschön sei sie gewesen, habe an einer Soda-Bar gearbeitet und mit dem Teenager sogar Jitterbug tanzen gelernt. Doch dann entschied sich Betty für einen anderen – und lehrte den aus puritanischen Verhältnissen stammenden Hugh, sich als „Hef“ neu zu erfinden.

„Ich änderte meine gesamte Garderobe“, erinnerte sich der studierte Psychologe 2003 an die Zeit nach der bitteren Abfuhr seiner Jugendliebe. „Ich fing an, gelbe Kordeln und Sattelschuhe zu tragen – coolere Kleidung.“

In den Comics, die er schon für die Schülerzeitung gezeichnet hatte, griff er sein Leben voraus: Er schuf eine eigene Welt, in der er selbst im Mittelpunkt stand. „Der hippste, beliebteste Junge der Schule“, wie er im Rückblick dem Sender CBS erzählte.

Erst in den letzten Jahren war es um den legendären Lebemann ruhiger geworden. Seine für ausschweifende Partys bekannte Villa „Playboy Mansion“ hatte Hefner 2016 für 100 Millionen Dollar an einen Nachbarn verkauft. Sein langjähriges Luxusdomizil gab er damit aber nicht auf, er handelte ein lebenslanges Wohnrecht aus.

Als letzte Ruhestätte sicherte sich Hefner 2009 ein Grab neben der Hollywood-Ikone Marilyn Monroe, die das Cover des ersten „Playboy“ zierte. „Wer will nicht bis in alle Ewigkeit neben Marilyn liegen?“, witzelte er damals. Barbara Munker, dpa

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29.09.2017, 06:00 Uhr
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