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Der dritte Attentäter vom Bataclan war ein Franzose aus Straßburg
Der Franzose Mohamed Aggad war am 13. November am Blutbad im Pariser Bataclan beteiligt. Foto: afp
Ein "sehr netter Junge"

Der dritte Attentäter vom Bataclan war ein Franzose aus Straßburg

Ein weiterer Attentäter des Pariser Bataclans ist identifiziert worden. Es handelt sich um den Franzosen Fouad Mohamed Aggad aus Straßburg. Er galt als gut integriert, bevor er in den Dschihad zog.

10.12.2015
  • PETER HEUSCH

Paris. Nach drei Wochen ist es der französischen Polizei gelungen, auch den dritten Attentäter einwandfrei zu identifizieren, der am 13. November an dem Blutbad in der Pariser Konzerthalle Bataclan beteiligt war. Es handelt sich um den aus Straßburg stammenden Franzosen Fouad Mohamed Aggad.

Der Sohn marokkanischer Einwanderer gilt als gut integriert, ist nicht vorbestraft und hat den Ruf, ein "sehr netter Junge" zu sein. Er ist erst 23 Jahre alt, als er sich wie seine beiden Mittäter im Bataclan in die Luft sprengt.

Aggad und sein zwei Jahre älterer Bruder Karim gehören einer zehnköpfigen Gruppe aus dem Straßburger Problemviertel Meinau an, die im Dezember 2013 geschlossen in den Dschihad zieht. Ihren Eltern haben die jungen Männer vorgelogen, sie wollten Urlaub in Dubai machen. Jedoch besteigen sie in Frankfurt ein Flugzeug der Turkish Airlines, um nach Antalya zu fliegen. Von dort reisen sie auf dem Landweg nach Syrien, schließen sich dem IS an und landen in einem Trainingslager nahe Aleppo.

Zwei der Straßburger sterben in Kämpfen mit syrischen Rebellen. Daraufhin kehren sieben nach Frankreich zurück. Nur Aggad bleibt in Syrien. Alle Heimkehrer werden im Mai 2014 verhaftet. In Verhören behaupten sie fest, sie hätten nur humanitäre Hilfe leisten wollen und seien zurückgekehrt, nachdem sie die Schrecken des Bürgerkriegs mit eigenen Augen gesehen hatten. Dennoch sitzt Aggads Bruder Karim bis heute in Haft.

Fouad Mohamed Aggad hingegen soll Syrien nicht verlassen haben. Aber er bleibt über das Internet in Kontakt mit seiner Familie und Freunden in Frankreich, postet auf Facebook Fotos aus dem Bürgerkrieg und spricht fast täglich via Skype mit seiner Mutter. Erst seit Oktober meldete er sich auf einmal überhaupt nicht mehr.

Aggads Mutter glaubt zuerst, ihr Sohn sei von der IS-Führung in den Irak geschickt worden. Doch vergangene Woche erhält sie eine SMS aus Syrien mit der Nachricht, dass "Fouad am 13. November in Paris als Märtyrer gestorben" sei. Weil die verzweifelte Frau sich daraufhin sofort an die Polizei wendet, gelingt es den Forensikern, Aggads schwer verstümmelten Leichnam durch den Vergleich von DNA-Proben mit Verwandten zu identifizieren.

Wann und wie Aggad vor den Anschlägen nach Frankreich gelangt ist, ist unklar. Fest steht, dass er am Abend des 13. Novembers gemeinsam mit den beiden Syrien-Rückkehrern Omar Ismail Mostefaï und Samy Amimour 90 Menschen tötete und sich mit seiner Sprengstoffweste in die Luft jagte.

Wie aus Ermittlerkreisen verlautet, soll die Meinau-Gruppe in einer Moschee in Elsau radikalisiert worden sein. Dort waren die jungen Männer offenbar an den aus Lyon stammenden Islamisten Mourad Fares geraten, der als einer der eifrigsten IS-Anwerber in Frankreich gilt. Fares ist im September 2014 in Paris angeklagt worden und wartet in U-Haft auf seinen Prozess.

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10.12.2015, 08:30 Uhr
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