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Kommentar: Wolf I

Der Wolf soll nicht gejagt werden

Er ist ein lautloser Jäger. Mit bis zu Tempo 70 verfolgt er seine Beute und tötet sie – meist Rehe, aber auch kleine Säugetiere und Vögel – durch einen Kehlbiss.

03.02.2018

Von HARALD JOHN

Trotz seines unbestreitbaren Jagdtriebs käme kein Mensch darauf, auf einen Luchs zu schießen.

Anders beim Wolf. Den Mythos vom bösen Wolf haben wir schon mit den ersten Märchen aufgenommen. Und neuerdings kommen im Wochenrhythmus Schauergeschichten dazu: Mal soll ein Wolf ein Wohngebiet unsicher machen, dann wieder in der Nähe eines Kindergartens gesehen worden sein. In den allermeisten Fällen stellen sich die vermeintlichen Wölfe als große Hunde heraus.

Unbestritten ist, dass sich die Wölfe wieder in Deutschland ausbreiten, was für sich genommen eine gute Nachricht ist. Sensibel wird die Situation erst, wenn Mensch und Wolf einander zu nahe kommen, wobei seit dem Wiederauftauchen der Wölfe vor rund 20 Jahren kein einziger Fall dokumentiert ist, bei dem ein Mensch von einem Wolf attackiert oder gar verletzt wurde.

Sollten tatsächlich, wie von einigen Politikern angeführt, wirtschaftliche Existenzen von Landwirten gefährdet sein, weil Wölfe ihre Lämmer oder Schafe gerissen haben, müssen diese Tierhalter vernünftig entschädigt werden. Auch der Ankauf höherer und stabiler Elektroweidezäune, die als probater Schutz gelten, sollte subventioniert sein. Erst wenn Schutzzäune und das Verscheuchen so genannter „Problemwölfe“ nicht funktionieren, darf eine Ausnahmegenehmigung für die Jagd erteilt werden. Aber daraus darf sich kein Freibrief für Jäger ableiten, wieder reihenweise Wölfe zu schießen. Schon einmal wurden sie so in Deutschland ausgerottet.

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Erstellt:
3. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Februar 2018, 06:00 Uhr

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