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Firas (Khaled Tlass) hat das Kämpfen verinnerlicht.Bild:Arte/SWR




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24.03.2017

Von Dorothee Hermann

Fünf Kinder versuchen, den Krieg hinter sich zu lassen: Die etwa 13-jährige Raisa (Noor Kayson) zieht im Spielfilm „Kinder des Lichts“ mit ihrem kleinen Bruder Walid (Najem Edden Al Kassem) durch das syrisch-türkische Grenzgebiet. Der Kleine spricht nicht mehr, seit der Vater die Familie verlassen musste. Nach und nach schließen sich ihnen drei weitere Kinder an. Am Mittwochabend war Tübinger Premiere im Kino Museum.

Der überlebenstüchtige Firas (Khaled Tlass) weiß, wie man Feuer macht und wie man ein Gewehr bedient, zerbricht aber beinahe an seinen Schuldgefühlen: Er ist überzeugt, unter der Folter den eigenen Vater verraten zu haben.

Sharazad (Jawa Al Kassem) sieht mit Hut und Perlenkette wie eine Lady aus. Mit den Heile-Welt-Erinnerungen, in die sie sich einspinnt, wirkt sie ein bisschen abgedreht und zugleich wild entschlossen, sich die Hoffnung auf Schönheit und friedliche Normalität nicht nehmen zu lassen. Samir (Molham Al Mostafa) ist den anderen verdächtig, weil er das Rebellenlied nicht kennt.

Die fünf jugendlichen Laiendarsteller durchqueren eine karge Berglandschaft, ein Niemandsland, das zur tödlichen Falle werden kann. Ob sie etwas zu essen finden, bleibt dem Zufall überlassen.

Der Film entstand in den Jahren 2013 und 2014 aus Theaterworkshops des Projekts „Speak Syria“ in der türkischen Stadt Reyhanli. Den Kontakt stellte der frühere TAGBLATT-Journalist Wolfgang Bauer her, mittlerweile Reporter bei der „Zeit“. Bei den Workshops wurde darauf geachtet, die Kinder nicht zu retraumatisieren, erläuterte die Drehbuchautorin Anke Klaaßen im Kino Museum. „Wir haben versucht, mit positiven Bildern zu arbeiten und gefragt: Wie stellt ihr euch ein friedliches Syrien vor?“ Die Darsteller reagierten auf ihre Weise: „Sie haben sich als Superhelden dargestellt.“

Die Co-Produktion von SWR und Arte bezieht sich auch direkt auf Erfahrungen von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Reyhanli. „Es gab ein Mädchen, das nicht mehr gesprochen hat und nicht mehr zur Schule gehen wollte, weil ihr Vater auf dem Schulweg erschossen worden war“, berichtete Klaaßen. Regie führte David Ruf von der Filmakademie Ludwigsburg.

Vor drei Jahren gab es in Deutschland noch kaum syrische Flüchtlinge, meinte Klaaßen. „Viele hielten sich an der Grenze zur Türkei auf, in einer Wartesituation.“ Über den Syrienkrieg sei damals meist dokumentarisch berichtet worden. „Die Kinder wurden häufig als Opfer dargestellt.“ Der Film will stattdessen die Per-spektive der Protagonisten einnehmen: „Was macht Krieg mit Kindern? Wie ist es für Kinder, auf der Flucht zu sein?“

Bis auf Hauptdarstellerin Noor Kayson, die es seither mit ihrer Familie in die Niederlande geschafft hat, leben die Kinder noch immer an der türkisch-syrischen Grenze, so Klaaßen. Es gebe dort große Flüchtlingslager. Andere Syrer lebten bereits in beengten Wohnungen und arbeiteten. „Das gibt auch Konflikte“, sagte sie. „In der Türkei haben die syrischen Kinder teilweise das Gefühl, nicht gehört zu werden.“

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Erstellt:
24. März 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
24. März 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. März 2017, 01:00 Uhr

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