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Gesundheit

Der Trend geht zur Selbstdiagnose

Der Medizinartikel-Hersteller Hartmann hat ein gutes Geschäftsjahr hinter sich. In der Zukunft will das Heidenheimer Unternehmen seine Produktpalette deutlich erweitern.

29.03.2017
  • DAVID NAU

Heidenheim. Kopfweh oder Übelkeit, ein Ziehen in der Magengegend oder ein heftiger Schnupfen: Oft wird bei Krankheitssymptomen nicht mehr direkt der Hausarzt konsultiert, sondern zuerst Dr. Google. Schließlich will jeder so schnell wie möglich wissen, welche Krankheit er möglicherweise hat. Die Selbstdiagnose liegt stark im Trend – darauf setzt auch der Heidenheimer Medizinartikelhersteller Hartmann und hat deswegen im vergangenen Jahr seine Produktpalette an Selbsttests ausgeweitet. Unter dem Markennamen Veroval Diagnostics vertreibt das Unternehmen zahlreiche Tests, mit denen sich zum Beispiel schnell und einfach ermitteln lässt, ob der Cholesterinwert erhöht ist, eine Harnwegsinfektion vorliegt oder bei einer bakteriellen Erkältung Antibiotika notwendig sind.

Nichtklinischen Markt ausbauen

Der Ausbau der Produktpalette für Selbsttests untermauert die Konzernstrategie, langfristig die Dachmarke Hartmann zu stärken, gezielt auf den außer-klinischen Markt zu setzen und die Endkunden direkt zu erreichen. Die Lage auf dem Gesundheitsmarkt sei schwierig, sagte Konzernchef Andreas Joehle bei der Bilanzpressekonferenz des Aktienunternehmens in Heidenheim: „Es wird nicht einfacher, es wird ungemütlicher.“ Der Hartmann-Chef verwies auf sinkende Budgets für das deutsche Gesundheitswesen bei steigenden Patientenzahlen sowie auf einen damit verbundenen Preisdruck.

Diese Situation macht sich auch im Geschäftsergebnis für das Jahr 2016 bemerkbar. Das Konzernergebnis nach Steuern stieg um 6,3 Prozent auf 90,1 Mio. EUR – im vorigen Jahr konnte Konzernchef Joehle noch ein Plus von 8,2 Prozent vermelden. Den Umsatz steigerte Hartmann dagegen nur leicht: um 2,3 Prozent auf 1,987 Mrd. EUR.

Eine ähnliche Entwicklung weisen auch die einzelnen Konzernbereiche auf. Bei den Inkontinenzprodukten stiegen die Umsätze nur minimal um 0,1 Prozent auf 644,9 Mio. EUR. Schuld daran sind laut Konzern vor allem negative Wechselkurseffekte. Zu schaffen machen dem umsatzstärksten Segment auch sinkende Budgets und mangelndes Personal im Gesundheitswesen. In der Zukunft setzen die Heidenheimer deswegen auf ein Produkt, das Pflegekräfte in vier statt bislang acht Arbeitsschritten anlegen können.

Übernahme von Lindor

Anfang März hatte Hartmann zudem die Übernahme von Lindor bekanntgegeben, einer vor allem in Spanien und Portugal etablierten Marke für Inkontinenzprodukte von Procter & Gamble. Sollten die Wettbewerbsbehörden die Übernahme genehmigen, avanciert Hartmann zu einem der führenden Anbieter im Inkontinenzsegment auf der iberischen Halbinsel. „Ich rechne bis Mitte des Jahres mit einem Vollzug der Übernahme“, gab Firmenchef Joehle bekannt.

Im Bereich Wundmanagement setzte der Konzern im vergangenen Jahr 433,7 Mio. EUR um, 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem sogenannte Hydrotherapie-Pflaster, die in zwei Schritten bis zu 80 Prozent aller Wunden verschließen können, trugen zum Umsatzplus bei.

Ein Plus konnte Hartmann auch beim Infektionsmanagement verbuchen, der Umsatz kletterte um 2,9 Prozent auf 479,3 Mio. EUR. Für Konzernchef Andreas Joehle ist die Handhygiene ein wichtiges Zukunftsthema. „90 Prozent der Infektionen mit multiresistenten Keimen werden über die Hände übertragen“, sagte der Konzernchef. Trotzdem würden die Regeln zur Handhygiene nur in 50 Prozent aller Fälle richtig angewendet.

Das Unternehmen fördere deswegen Initiativen zur Erhöhung der Hygienestandards und habe beispielsweise Desinfektionsspender direkt am Krankenbett, statt an der Zimmertüre angebracht.

Auch die weiteren Konzernaktivitäten legten 2016 zu. Der Umsatz des Segmentes, das unter anderem auch die Naturheilkunde-Marke Kneipp umfasst, wuchs um 5,7 Prozent auf 428,5 Mio. EUR an.

Für das Jahr 2017 rechnet der Hartmann-Chef mit einer „moderaten Steigerung“ von Umsatz und Ergebnis. Für Unsicherheit sorgten jedoch Schwankungen auf den Rohstoff- und Währungsmärkten. Freuen können sich hingegen die Anleger: Die Konzernführung schlägt vor, die Dividende für 2016 um 30 Cent auf 7 EUR pro Aktie anzuheben.

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29.03.2017, 06:00 Uhr
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