Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Istanbul

Der Teufel isst mit links

Regierungskritiker, Kurden und Kemalisten, Armenier, Schwule, Lesben und Linke – viele Gruppen haben es schwer in der Türkei. Jetzt geraten auch all jene in Bedrängnis, die beim Essen Messer und Gabel verwenden – oder gar Linkshänder sind.

07.02.2018

Von Gerd Höhler

Foto: © cosma/Shutterstock.com Foto: © cosma/Shutterstock.com

Istanbul. Es sei „nicht wünschenswert“, beim Essen die linke Hand zu benutzen, erklärte das staatliche Religionsamt Diyanet am vergangenen Samstag auf seiner Internetseite. Der Prophet Mohammed habe dem Thema große Bedeutung beigemessen, weil „Dämonen mit der linken Hand essen und trinken“. Demnach sollen gläubige Muslime wohl beim Essen auf Messer und Gabel verzichten, denn ohne die linke Hand geht es dabei nun mal nicht.

Immerhin: Tolerant zeigt sich die Religionsbehörde gegenüber Menschen, die aufgrund einer Behinderung ihre rechte Hand nicht benutzen können. Für diese Gläubigen sei es statthaft, mit links zu essen.

Die Behörde, die im neuen Präsidialsystem direkt dem strenggläubigen Staatschef Recep Tayyip Erdogan unterstellt ist, hat in jüngster Zeit mehrfach Aufsehen erregt. So erklärte Diyanet Anfang Januar, Mädchen seien bereits ab neun Jahren gebärfähig und könnten damit verheiratet werden. Im Dezember hatte Diyanet entschieden, dass eine Ehe per SMS, Telefonanruf, Fax oder E Mail aufgelöst werden kann. Es reiche, wenn ein Partner dem anderen drei Mal das arabische Wort „talaq“ (Scheidung) übermittle.

Zum Artikel

Erstellt:
7. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Februar 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Aus diesem Ressort
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+