Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Der Supermarkt und der einsame Rentner
Opa allein zu Hause: Szene aus dem Werbevideo. Foto: Edeka/dpa
Vor Weihnachten zieht Rührseliges: Handelskette landet mit Werbung einen Internet-Hit

Der Supermarkt und der einsame Rentner

Kurz vor Weihnachten sind die Leute für herzerwärmende Geschichten zu haben. Das funktioniert natürlich auch in der Werbung.

01.12.2015
  • CAROLINE BOCK, DPA

Berlin. Der Anrufbeantworter piept. Die Tochter ist dran: "Wir werden es dieses Jahr Weihnachten wieder nicht schaffen. Wir versuchen es nächstes Jahr, und dann klappt es ganz bestimmt." So sitzt der alte Mann zu Weihachten ganz allein am Esstisch, dazu läuft traurige Musik. Dann Szenen seiner erwachsenen Kinder, die in alle Welt verstreut sind. Sie lesen, dass der Vater gestorben ist. Sie reisen deswegen nach Hause - wo der Totgeglaubte mit einer Fest-Tafel auf sie wartet. Happy End. Taschentücher raus.

Mit diesem Spot der Agentur Jung von Matt wirbt die Supermarktkette Edeka gerade im Netz. Sie hat damit geschafft, was ihr schon mit der Kampagne "Supergeil" gelungen war: Werbung hin oder her, alle Welt redet darüber.

Bei Youtube holte das Video mit dem einsamen Opa rund fünf Millionen Klicks. Die Kommentare reichen von "echt herzzerreißend" bis "etwas makaber". Manche Nutzer stellen Familienfotos ins Netz.

Auch die Diakonie Deutschland, die sich um alte Menschen kümmert, hat das Video entdeckt und geteilt. Sprecherin Ute Burbach-Tasso dachte zuerst "Was hat es mit Edeka zu tun?", mag aber das Thema. Als sie das Video guckte, sei sie gerührt gewesen, obwohl sie gewusst habe, was sie erwarte. "Das trifft die Einsamkeit von vielen alten Menschen ziemlich gut. Ich hoffe, dass ganz viele Deutsche zu Weihnachten ihre Eltern besuchen."

Zur Adventszeit wird gerne ein bisschen dicker aufgetragen. Es ist die Zeit für anrührende Geschichten. Die britische Supermarktkette Sainsbury s hat zum Beispiel einen kinoreifen Animations-Film um die Katze Mog gedreht. Die verwüstet erst ihr Haus und bekommt schließlich doch noch ein Happy End zu Weihnachten. Erfunden wurde die Katze von Kinderbuchautorin Judith Kerr ("Als Hitler das rosa Kaninchen stahl"). Die Story ist bei Youtube noch weit vor Edeka: 18 Millionen Klicks. Noch mehr schafft das britische Kaufhaus John Lewis mit einer kitschigen Geschichte um ein Mädchen und einen Mann auf dem Mond: 19,7 Millionen Klicks.

Sind solche Erfolge denn kalkulierbar? Nein, heißt es beim Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft. "Das Werbekonzept, das immer funktioniert, gibt es nicht", sagt Sprecher Maik Luckow. Das Echo auf den Edeka-Spot zeige, dass Werbung und gesellschaftliche Themen zusammenpassten. Schon die Debatte sei da ein Erfolg. "Auf jeden Fall ist man im Gespräch."

Heute bieten sich viel mehr Kanäle für Werbung als in der Vergangenheit - vom Plakat, Print über die klassische Fernsehwerbung bis zu Youtube. Auch dabei gibt es kein Patentrezept. "Hier die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist nicht leichter geworden", sagt Luckow.

Gedreht wurde der Edeka-Spot in Prag und Bangkok, wie Produzent Justin Mundhenke erzählt. Nach der Besetzung sei europaweit gesucht worden. Auch wenn der Spot für den deutschen Markt ist: Die Rolle des Rentners spielt ein Brite, Arthur Nightingale.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

01.12.2015, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular