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Der Staat macht älteren Heizkesseln Dampf
Der Heizungsinstallateur sieht bei der Überprüfung, ob die Heizanlage im Haus den Anforderungen genügt oder nicht. Foto: Kzenon - Fotolia.com
Neu im neuen Jahr: Ein Energielabel und mehr Förderung für die Erneuerung

Der Staat macht älteren Heizkesseln Dampf

Die Erneuerung der Heizanlage kann viel Geld sparen und die Umwelt entlasten. Im neuen Jahr winken dabei höhere Zuschüsse vom Staat. Außerdem wird für ältere Heizkessel ein "Energielabel" Pflicht.

29.12.2015
  • DIETER KELLER

Berlin. Die Heizrechnung für 2015 dürfte ungewöhnlich niedrig ausfallen. Dafür sorgte der milde Winter. Zusätzlich war gut dran, wer mit Öl heizt, weil dessen Preis rapide verfiel. Trotzdem lohnt sich ein kritischer Blick auf die Heizanlage, insbesondere wenn sie schon älter ist. Denn häufig belastet sie nicht nur den Geldbeutel unnötig, sondern auch die Umwelt. Entfallen doch 40 Prozent des Energieverbrauchs und ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland auf den Wärmemarkt.

Heizkessel, die schon länger als 30 Jahre in Betrieb sind, müssen erneuert werden. Das gilt bereits seit dem Inkrafttreten der neuen Enegieeinsparverordnung am 1. Mai 2014. Im kommenden Jahr fallen darunter auch Heizanlagen, die im Lauf des Jahres 1985 aufgestellt wurden. Ausgenommen sind allerdings Brennwert- und Niedertemperaturheizkessel, da diese einen besonders hohen Wirkungsgrad haben. Nicht betroffen sind zudem Ein- und Zweifamilienhäuser, wenn der Eigentümer am 1. Februar 2002 mindestens eine Wohnung selbst nutzte. Wird das Haus verkauft oder vererbt, hat der neue Eigentümer zwei Jahre Zeit, der Pflicht zur Erneuerung nachzukommen.

Eine Neuerung tritt am 1. Januar 2016 für alle Heizkessel in Kraft, die älter als 15 Jahre sind: Sie müssen ein "Energieffizienzlabel" tragen. Es sieht aus wie bei Kühlschränken und Waschmaschinen. Besonders effiziente Anlagen, etwa mit Erd- oder Grundwasserwärmepumpe, können in die besten Klassen A++ oder A+ kommen. Brennwertkessel dürften meist in die Klassen A oder B eingestuft werden. Schafft es die Anlage nur in Klasse C oder gar die schlechteste D, gilt der Heizkessel als veraltet, er verbraucht zu viel Energie. Die Etiketten dürfen Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger sowie bestimmte Energieberater anbringen. Geschieht dies nicht freiwillig im Lauf des nächsten Jahres, muss dies der Bezirksschornsteinfeger 2017 tun.

Wer sich entschließt, die Heizung zu erneuern, dem greift der Staat ab nächstem Jahr stärker unter die Arme. "Hier gibt es ganz klar Nachholbedarf", begründet dies Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Für das "Anreizprogramm Energieeffizienz" seines Ministeriums stehen drei Jahre lang jeweils 165 Mio. EUR zur Verfügung. Die Förderung läuft, wie so häufig, über die staatseigene KfW-Bankengruppe.

Es gibt sie zum einen für den Einbau besonders effizienter Heizungen, wobei gleichzeitig das gesamte Heizsystem samt Wärmeverteilung optimiert wird. Zum anderen wird der Einbau einer Lüftungsanlage gefördert, die in Kombination mit einer Sanierung der Fassade Bauschäden wie Schimmel verhindern und den Wohnkomfort steigern kann. Möglich sind auch Kombinationslösungen aus beidem.

Es gibt zwei Wege: Wer bei der KfW - über seine Hausbank - einen Kredit zur Finanzierung der Investition aufnimmt, bekommt einen Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent. Maximal sind 6250 EUR Zuschuss möglich, da die einzelne Maßnahme auf 50 000 EUR pro Wohnung begrenzt ist. Diese Obergrenze gilt auch für denjenigen, der die Modernisierung aus der eigenen Tasche finanziert. Dann winkt sogar ein Investitionszuschuss von 15 Prozent, maximal 7500 EUR pro Wohnung.

In den Genuss kommen Eigentümer und Ersterwerber von selbst genutzten oder vermieteten Ein- und Zweifamilienhäusern. Begünstigt werden ebenfalls Eigentümer selbst genutzter oder vermieteter Eigentumswohnungen; dann muss die Wohnungseigentümer-Gemeinschaft den Antrag stellen. In jedem Fall ist ein sachverständiger Energieberater für die Förderprogramme der KfW nötig.

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29.12.2015, 08:30 Uhr
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