Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Der Schauspieler und Komiker Jerry Lewis wird 90 Jahre alt und ist noch immer auf der Bühne
„Essenz aller Comedy“: Jerry Lewis wird heute 90 Jahre alt. Foto: dpa
Amerikas Grimassen-König

Der Schauspieler und Komiker Jerry Lewis wird 90 Jahre alt und ist noch immer auf der Bühne

Er war nicht zuletzt „Der verrückte Professor“. Jetzt wird Amerikas Grimassen-König Jerry Lewis 90 Jahre alt - und arbeitet einfach weiter.

16.03.2016
  • CHRISTINA HORSTEN, DPA

New York. Mit den Jahren steigt auch die Zahl der Ehrungen für Jerry Lewis immer weiter. Jüngst bekam der US-Komiker einen zweiten Stern auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood - und biss dabei Regisseur Quentin Tarantino in die Hand, der ihn danach trotzdem als „Schatz“ und „einen der größten Schauspieler und Regisseure in der Geschichte des Kinos“ feierte.

Zu seinem 90. Geburtstag heute würdigt nun sogar das renommierte Museum of Modern Art (MoMA) in New York den Grimassen-König mit einer Film-Retrospektive. Lewis, der seit Jahrzehnten Menschen auf der ganzen Welt zum Lachen bringt, zeigt sich gerührt - und arbeitet weiter. „Ich frage mich auch manchmal, wo ich die ganze verdammte Energie hernehme.“

Dass Lewis überhaupt so alt werden konnte, grenzt an ein Wunder. Das Entertainment-Multitalent hatte schon Prostatakrebs, Magenblutung, Herzinfarkt, eine Wirbelsäulenfraktur und eine schwere Lungenkrankheit. Jahrzehntelang war er tablettensüchtig und 1982 für 17 Sekunden klinisch tot. „Ich habe unter den schwierigsten Bedingungen gearbeitet, die je ein Mann in seinem Leben erlebt hat“, sagte Lewis jüngst. „Aber wenn ich auf die Bühne gehe, ist der Schmerz weg.“

Pünktlich zu seinem runden Geburtstag kam auch ein wenig Licht in das Mysterium um den thematisch wohl anspruchsvollsten Film des Komikers. „The Day The Clown Cried“, den Lewis 1972 drehte, gilt als Kino-Mythos und Film-Phantom. Die Geschichte über einen deutschen Zirkusclown, der nach einem abfälligen Kommentar über Adolf Hitler ins Konzentrationslager kommt, wo er jüdische Kinder erst zum Lachen bringt und sie dann in die Gaskammern führen soll, kam nie an die Öffentlichkeit.

In einem Dokumentarfilm des deutsch-australischen Grimme-Preisträgers Eric Friedler äußert sich Lewis erstmals ausführlich dazu. Er sei mit dem Filmprojekt gescheitert. „Ich habe schlechte Arbeit abgeliefert, sowohl als Autor, als Regisseur, als Schauspieler, als Produzent. Bei meinem Versuch, dieses große Menschheitsverbrechen von der Realität in die Fiktion hinüberzubringen, besetzten die Gräuel mein ganzes Denken und Fühlen.“ 25 Jahre später lieferte Roberto Benigni mit „Das Leben ist schön“ eine Holocaust-Tragikomödie, die drei Oscars erhielt. „Er hat es gestohlen. Benigni stahl mir die Idee. Aber er hat es gut gemacht.“

Bis heute sei Lewis seiner Zeit voraus, lobt Regie-Star Martin Scorsese, und Komiker-Kollege Jerry Seinfeld feiert ihn als die „Essenz aller Comedy“. „Wenn man Jerry Lewis nicht versteht, versteht man Comedy nicht.“

Für seinen Einsatz im Kampf gegen Armut und Krankheiten bekommt Lewis, der zum zweiten Mal verheiratet ist und nach sechs Söhnen aus erster Ehe 1992 eine Tochter adoptierte, 2009 einen Ehrenoscar. Der soll in seinem Haus in Las Vegas auf einer Plattform oberhalb eines Fernsehers stehen - und auf Knopfdruck rotieren.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

16.03.2016, 08:30 Uhr
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Zuschauer-Stimmen
Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular