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Der Saitenguru und seine Monster-Virtuosen
Inniges Verhältnis: der Meister und seine Gitarre. Foto: Udo Eberl
Bejubelt im Stuttgarter Theaterhaus: John McLaughlin und seine Band „The 4th Dimension“

Der Saitenguru und seine Monster-Virtuosen

„The 4th Dimension“ heißt das aktuelle Quartett des Super-Gitarristen John McLaughlin, mit dem er seine Fans im Stuttgarter Theaterhaus von den Sitzen riss.

01.08.2016
  • UDO EBERL

Stuttgart. Wie viele Gitarrengötter verträgt eine Stadt in nur einem Monat? Nach den beiden Stilisten David Gilmour und Carlos Santana konnte man im Juli in Stuttgart nun auch noch den legendären John McLaughlin erleben, und das Theaterhaus war mit 900 Besuchern nahezu ausverkauft.

Diese erlebten den Briten nicht nur in Bestform am Instrument, sondern zudem als launigen Entertainer, der sein Publikum in fast perfektem Deutsch begrüßte und noch vor dem ersten Ton zunächst seine Multikulti-Band vorstellte. Zum Brexit der Landsleute fiel ihm nur „die sind echt blöd“ ein und zu Ranjit Barot, seinem 11/7-Taktiker an den Drums, der Begriff „Monster“.

Passt, denn dieser Mann aus dem indischen Mumbai, ist nicht nur mit allen Wassern der klassischen Musiktradition seiner Heimat gewaschen und beherrscht unter anderem die Vokalperkussion, er drischt auch urgewaltig in die Felle wie einst Billy Cobham. Und genau diese Power braucht McLaughlin für seine aktuelle Definition des Jazzrock, in die so ziemlich alles einfließt, was ihn als Musiker und Komponisten in den vergangenen Jahrzehnten ausgemacht hat. Fast scheint es so, als wollte er mit seiner Band „The 4th Dimension“ genau an dem Punkt anknüpfen, an dem er mit dem „Mahavishnu Orchestra“ vor seiner Shakti-Phase aufgehört hatte.

Trotz mehrerer Berklee-Generationen und zahlosen Kopisten ist John McLaughlin noch immer unique, spieltechnisch sowieso allererste Sahne, vor allem aber wie bereits in den 70ern ein Meister der extrem schnellen Bilderwechsel. Er hat den Blues im Bauch, den Jazz im Kopf und die indische Rhythmik in den Füßen. Und mit seiner Band konnte er live alles machen: Rasante Unisono-Läufe mit Keyboarder Gary Husband oder dem Bassisten Ètienne M'Bappé, dem Mann mit den schwarzen Handschuhen, knallharte Breaks oder balladeske Intensität über Synthieflächen. Alles war drin und zudem eignete sich der 74-jährige Großmeister, der beim Solieren häufig inniglich lächelte, in seinen Hommages unter anderem den Stil des frühen Carlos Santana oder seines Freundes Paco de Lucia an. Beseelt auch in furioser Rasanz begeisterte der John McLaughlin seine Fans, obwohl Klassiker aus Mahavishnu- oder Gitarren-Trio-Zeiten wenn überhaupt nur als kurze solistische Anspielungen zu hören waren.

Die Mitmusiker bekamen jede Menge Freiräume. Gary Husband, an den Tasten stark, aber ohne eigene Note, konnte als Zweit-Drummer für besondere Akzente sorgen. M'Bappé war am Bass sowieso eine Wucht, und Ranjit Barot, könnte zwar an der Eleganz im Spiel noch etwas arbeiten, aber mehr Antriebskraft und rhythmische Raffinesse geht kaum.

Und singen konnte der Inder auch noch. Knapp zwei Stunden schwebten die McLaughlin-Fans so trotz eines etwas zu lang geratenen Drum-Duo-Teils auf Wolke sieben. Und bei der Zugabe standen im Saal sowieso schon längst alle für „The One and Only“.

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01.08.2016, 06:00 Uhr
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