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Kommentar Nervengift-Affäre

Der Ruf ist ruiniert

Wirklich überzeugend klingen beide Seiten nicht. Und vielleicht hat sich ja die sogenannte freie westliche Welt in der Tat etwas überhastet auf die Seite der Briten geschlagen. Politologen in Ost und West debattieren jetzt über den innen- oder geopolitischen Nutzen, den Moskau oder London aus der Affäre um den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal ziehen könnten.

05.04.2018

Von STEFAN SCHOLL

Den Haag. Wobei die möglichen Motive beider Seiten wieder ziemlich irrational wirken.

Aber einen Unterschied zwischen den Kontrahenten gibt es: Der Kreml veranstaltet seit Jahren eine Außenpolitik, die seine eigene Glaubwürdigkeit strapaziert. Wenn Staatschef Wladimir Putin jetzt darauf verweist, solcherlei Kampfstoff könne in 20 verschiedenen Ländern produziert werden, fühlt man sich unwillkürlich an seine Versicherungen von 2014 erinnert: Die „kleinen grünen Männchen“ auf der Krim seien keineswegs russische Soldaten, sondern einheimische Volkswehrmänner. Und solcherlei grüne Uniformen könne man in jedem postsowjetische Military-Shop kaufen. Eine Unwahrheit, die Russland ein paar Wochen später als große Kriegslist feierte.

Inzwischen schweben diverse ähnliche Fälle im Raum zwischen Russland und dem Westen, vom Polonium-Giftmord an dem russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko in London bis zum Abschuss der MH17-Passagiermaschine über dem Donbass. Fälle, in denen in jahrelangen Recherchen immer neue Spuren aufgetaucht sind, die nach Russland führen. Auch wenn die Regierung in Moskau das alles beharrlich und zornig dementiert. Der Ruf ist ziemlich ruiniert.

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Erstellt:
5. April 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
5. April 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. April 2018, 06:00 Uhr

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