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Der Platzhirsch hält stand
Nach dieser regelkonformen Roten Karte für den zu ungestüm einsteigenden Leipziger Kapitän Willi Orban (3. von rechts) war das Spiel in München früh vorentschieden. Foto: Eibner
Bundesliga

Der Platzhirsch hält stand

Nach 13 Minuten und Rot für den Leipziger Willi Orban ist das Topspiel entschieden. Die Bayern übernehmen nach 161 Tagen wieder die Spitze.

30.10.2017
  • GEROLD KNEHR

München. Es kann nur eine Nummer eins geben. Im Fußball genauso wie im Wald beim Hirschrudel. Dort wird der Platzhirsch im Herbst oftmals von einem jungen Rivalen herausgefordert. Beide versuchen zunächst, sich gegenseitig mit Imponiergehabe einzuschüchtern. Bleiben beide Gegner standhaft, kommt es zum großen Showdown. Die Hirsche prallen mit den Geweihen frontal aufeinander und schieben sich über den Brunftplatz. Bis es einen Sieger gibt. Rööööhr!

Samstag Abend, Münchner Allianz Arena. Drei Tage nach dem aufwühlenden Pokal-Fight in Leipzig, das nach 120 unentschiedenen Minuten erst im Elfmeterschießen zu Gunsten des FC Bayern München entschieden wurde, freuten sich 75 000 Zuschauer tierisch auf das erneute Duell, diesmal um die Nummer eins in der Fußball-Bundesliga. Nach der 2:4-Niederlage des bisherigen Tabellenführers Borussia Dortmund bei Hannover 96 war klar: Der Sieger im Duell der jüngsten Bundesliga-Mannschaft (RB Leipzig, Altersschnitt der Startformation 23,9 Jahre) beim erfahrenen Rekordmeister (28,0 Jahre) ist der neue Spitzenreiter. Schafft es der langjährige Platzhirsch um Oldie-Trainer Jupp Heynckes (72)? Oder hat jetzt die Stunde der Jungspunde um Coach Ralph Hasenhüttl (50) geschlagen? Roooaaar!

„Regelkonforme Entscheidung“

Doch zur Enttäuschung vieler Fans kam der erhoffte große Zweikampf nicht zustande. Denn schon nach elf Minuten war eine Vorentscheidung gefallen, als Leipzigs Kapitän Willi Orban (24) als letzter Mann den Münchner Arjen Robben (33) ungestüm aushebelte und nach Bestätigung durch den Video-Schiedsrichter Rot sah. „Eine regelkonforme Entscheidung“, räumten die Leipziger Spieler und Funktionäre unisono ein und verzichteten, anders als bei der Roten Karte für Naby Keita drei Tage zuvor, auf größere Proteste. Die erfahrenen Münchner nutzten wenige Minuten später die Unsortiertheit ihres Herausforderers aus. James erzielte nach Robben-Flanke das 1:0 (19.). „Eine Rote Karte ist mittlerweile zehnmal schlimmer als ein Gegentor oder ein Elfmeter gegen sich“, musste Hasenhüttl nach dem zweiten Platzverweis binnen vier Tagen einräumen.

Drei Minuten nach dem 0:1 reagierte der Leipziger Trainer auf die Unterzahl. Angreifer Timo Werner, der sich vorgenommen hatte, den Frust nach seinem vergebenen Elfmeter im Pokalspiel mit einem Treffer wettzumachen, wurde gegen Innenverteidiger Ibrahima Konaté ausgetauscht. Dem Herausforderer fehlte nun die entscheidende Waffe.

Nach 38 Minuten waren die Kräfteverhältnisse endgültig geklärt. Nach einer passgenauen Steilvorlage von Javier Martinez vollstreckte Robert Lewandowski zum 2:0. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätten sich der unterlegene Hirsch ins Unterholz getrollt. Doch anders als im Tierreich musste der Zweikampf 90 Minuten dauern. Im zweiten Durchgang steckten die roten Bullen wie die roten Bayern angesichts der vergangenen und der bevorstehenden englischen Woche zurück. „In der Halbzeit hätten wir eigentlich nach Hause fahren können“, hatte Hasenhüttl längst schon kapituliert.

„Wir wollten kein Risiko mehr eingehen. Wichtig war, dass wir defensiv stehen, vor uns liegen viele wichtige Spiele“, verteidigte Heynckes die langweilige zweite Halbzeit. Unter seiner Regie haben die Münchner in drei Bundesliga-Begegnungen acht Punkte auf Borussia Dortmund, den nächsten Gegner am kommenden Samstag, gut gemacht. Die Bayern sind erstmals wieder seit dem Gewinn ihres 27. deutschen Meistertitels wieder Bundesliga-Spitzenreiter – und bleiben im deutschen Fußball der Platzhirsch.

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30.10.2017, 06:00 Uhr
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