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Kommentar

Der Peta-Zirkus um den Zirkus

So sicher wie die Zirkusmanege rund ist, so sicher ist der Protest gegen Zirkusunternehmen. Kommt ein Zirkus in die Stadt, stehen die Peta-Aktivisten in der Tübinger Innenstadt und verteilen Flyer gegen diese nicht artgerechte Haltung von Löwen, Tigern, Elefanten, Pferden, Seehunden und was sonst noch im Zirkus kreucht und fleucht. Die Tierrechtler wissen, was den Tieren gut tut, nämlich ihre natürliche Umgebung. Nun ist die freie Wildbahn auch kein gemütlicher Schaukelstuhl für Viecher aller Arten.

16.10.2015

Freie Wildbahnen sind ein verdammt gefährliches Pflaster für kleine Löwen, zahnlose Tigerchen oder süße Elefantenbabys, wenn ihre Mamis gerade mal mit Nahrungssuche beschäftigt sind. Mal ganz zu schweigen davon, wie abrupt ein ahnungsloses Tierchen zum Löwen-Kaugummi umgewidmet werden kann.

Im Zirkus muss kein Tier fürchten, dass es plötzlich gefressen wird oder verhungern muss. Könnten Tiere Pro- und Kontra-Listen verfassen, wäre das schon mal ein dickes Pro. Wäre ich eine Löwenmutter, dann spräche das für mich schon mal sehr für Zirkus. Aber, wird man hier einwenden, woher weiß ich, wie eine Löwenmutter tickt? Ja, frage ich zurück, woher wissen Tierrechtler das eigentlich?

Nun, sie wissen, dass es für Elefanten nicht schön ist, stundenlang stehend auf LKW auszuharren, während sie zum nächsten Gastspielort gekarrt werden. Der Zirkus hält dem Studien entgegen, die besagen, dass für Elefanten Reisen und sogar monatelanges Stehen keinerlei Stress bedeutet. Wie auch immer Elefanten nun zu reisen belieben, in Deutschland sorgen strenge Tierschutzgesetze und Veterinärämter für eine engmaschige Kontrolle dieser Tierhalter.

Dennoch treten die Peta-Aktivisten bei jedem Zirkus auf den Plan und scheinen nicht zu ruhen, bis dass der letzte Zirkus einpackt. Zirkusse ohne Tiere sind schwer vorstellbar und für Kinder nur die halbe Show. Kinder lieben ja auch die Zoos, weil sie dort den wilden Tieren besonders nahekommen. Möglicherweise lösen Zirkusse und Zoos so den Impuls zu einer lebenslangen Tierfreundschaft aus, die dann irgendwann bei Peta mündet. Aber das nur so nebenbei.

Verwunderlich ist eher, wie heftig und regelmäßig die Peta-Aktivisten gegen Zirkusunternehmen mobilisieren, die doch gemessen an der Gesamtzahl der Tierhalter nur ein schier zu vernachlässigender Nebenzweig sind. Wie viele Hundehalter verstoßen etwa gegen die Peta-Vorstellungen, indem sie ihre Hunde stundenlang im Auto herumkarren oder im Flugzeug transportieren, indem sie sie mit Fleisch füttern, vielleicht ja sogar, indem sie sie streicheln? Und was ist erst mit den Katzenhaltern? Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Peta-Leute da nicht rantrauen, denn das könnte viele Tierfreunde und -schützer verärgern, schließlich sind sie die potenziellen Bündnispartner. Einen Zirkus anzuprangern, ist viel einfacher. Ulla Steuernagel

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16.10.2015, 12:00 Uhr
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