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„Der Nationalismus zieht“
Frank Richter: Verfestigter Rechtsextremismus in Sachsen. Foto: dpa
Protest

„Der Nationalismus zieht“

In Sachsen wurde die AfD stärkste Kraft. Der Theologe Frank Richter sieht darin auch eine Antwort auf den Neoliberalismus.

26.09.2017
  • ANDRé BOCHOW

Dresden. Frank Richter, Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden, bewertet nach der Bundestagswahl die Stärke der AfD in Ostdeutschland.

Was meinen Sie, wenn Sie vom Problemstau im Osten sprechen?

Frank Richter: Wir müssen die Probleme additiv betrachten. Es geht nicht um das eine oder andere Problem, sondern um die Summe. Eine große Rolle spielen die tiefgreifenden und umfassenden Veränderungen für die Menschen im Osten Deutschlands seit der Wiedervereinigung. Das waren Veränderungen, die bei vielen Erschöpfung, Frustration und das Gefühl der Zweitklassigkeit nach sich zogen. Viele waren nicht so erfolgreich, wie sie es sich vorgestellt hatten.

Warum wird die AfD im Osten gewählt?

Die AfD rekurriert auf ein Anerkennungs- und Wertschätzungsmuster, das vielen Ostdeutschen willkommen ist: auf den Nationalismus. Der Kommunismus, obwohl sichtlich funktionsuntüchtig, war eine Weltanschauung, die dem Einzelnen einen Platz zuwies und ihn damit, zumindest scheinbar, von globalen Bedrohungen abschirmte. Hinter der Mauer richtete man sich ein. Die Ideologie bot Orientierung und Ideale. Ihr Wegfall hinterließ ein Vakuum. In das stieß die Praxis des Neoliberalismus, die viele Verlierer produzierte. Der Nationalismus gibt den Menschen das Gefühl, schon deshalb etwas wert zu sein, weil sie Deutsche sind.

Warum ist die AfD in Sachsen besonders stark?

So sehr unterscheiden sich die Ergebnisse der AfD in Sachsen nicht von denen in anderen ostdeutschen Ländern. Natürlich ist auffällig, dass sie hier stärkste Partei geworden ist. Richtig überraschend ist es aber nicht. Seit mindestens 15 Jahren beobachten wir in Sachsen ein Anwachsen des rechtsextremen und rechtspopulistischen Gedankenguts. Die Probleme sind lange bekannt und lange angewachsen. André Bochow

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26.09.2017, 06:00 Uhr
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