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Saft von hiesigen Wiesen

„Der Mössinger“ - Ende Oktober in Flaschen

Gomaringen hat ihn, Dußlingen hat ihn. Warum eigentlich nicht Mössingen? Fragte sich Walter Kühbauch – und ging zur Stadt. Noch diesen Monat gibt es nun den „Mössinger“, Apfelsaft von hiesigen Streuobstwiesen.

06.10.2010

Von ErnsT Bauer

Mössingen. Alle Talheimer, Öschinger, Belsener, Bästenhardter, Bad Sebastiansweilerner und natürlich auch die Gütlesbesitzer der Kernstadt können sich an der Produktion beteiligen: Sie brauchen bloß ab kommenden Freitag, 8. Oktober, ihre Äpfel für den „Mössinger“ bei den örtlichen Mostereien Kühbauch oder Streib abzuliefern. Die lassen ihn dann – wie die Gomaringer – auswärts pressen.

Bei Karl Stingel in Balingen wird der Saft auch in Flaschen gefüllt. Der hat hochmoderne Anlagen, sagt Kühbauch. „Das könnten wir hier gar nicht machen.“ Man habe darauf geachtet, dass die Wege möglichst kurz sind. Das Mössinger Streuobst komme in einen Silo, „der speziell für uns bereit gehalten wird“. Auch der Saft komme in einen Extra-Tank, nur für den Mössinger Apfelsaft. „Das wird sauber getrennt.“ Abgefüllt in Flaschen wird er klar, trüb und als Schorle – und kistenweise wird der „Mössinger“ dann wieder nach Mössingen geliefert. „Wir kriegen das vermarktungsfähig“, sagt Kühbauch, „wir rufen es ab, wie wir es brauchen.“ Immer donnerstags werden die beiden Mostereien mit dem „Mössinger“ aus Balingen beliefert.

Bei der Stadt rannte Kühbauch mit seiner Idee offene Türen ein, ebenso beim Netzwerk Streuobst. Man habe selber schon länger „über dieses Thema nachgedacht“, bestätigte gestern Rathaussprecher Uwe Walz. „Es ließ sich bisher nur nicht realisieren.“ Beim 4. Apfelfest am Sonntag rührte nun aber auch der neue OB Michael Bulander schon mal kräftig die Werbetrommel für den Apfelsaft von heimischen Streuobstwiesen – für deren Erhalt man damit beitrage. „Es wäre schön, wenn unser ?Mössinger? reißenden Absatz fände“, sagte Bulander.

Das gelte auch für die Streuobstwiesen und die Zahl der Pfleger: „Es dürfen gerne noch mehr werden.“ Wer eine Wiese, ein Allmendteil pachten wolle, brauche sich nur an die Stadt zu wenden. „Wir brauchen engagierte Bürger/innen, die sich dem Erhalt und der Pflege dieser wertvollen Naturlandschaft annehmen.“ Man habe in Mössingen hier „einen Schatz an Erholungsflächen“ mit rund 40 000 Obstbäumen.

Davon – und nur davon – soll nun „Der Mössinger“, der Direktsaft aus der Blumenstadt gemacht werden. Laut Kühbauch geht das nur in Kooperation: „Ich wollte keinen Alleingang machen, sondern auch die Stadt, die Obst- und Gartenbauvereine mit im Boot haben – und den Kollegen Streib.“

Beide haben bereits Erfahrung mit eigenem Apfelsaft – „Tübinger“ haben sie schon zusammen gemacht, mit Biolandlabel. Hermann Streib vertreibt zudem eigenen Saft in kleinen Kartons, „Bag in Box“. Das sei „eine gute Konstellation: Streib-Kühbauch“, findet sein umtriebiger Kollege von der Karl-Jaggy-Straße. Bis in drei Wochen, schätzt Walter Kühbauch, könnte der erste „Mössinger“ da sein.

Obst für den Mössinger Apfelsaft kann man bei den Mostereien Kühbauch und Streib an den kommenden drei Freitagen, 8., 15. und 22. Oktober, jeweils von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr anliefern – nur Mössinger Obst. Man kann es entweder verkaufen (neun Euro pro 100 Kilo) oder eintauschen gegen Lohnmost (pro 100 Kilo 60 Literflaschen, 62 Cent pro Liter im Tausch).

Die Flasche „Mössinger“ kostet ohne Obstanlieferung ansonsten regulär 1,25 Euro.

Die Etiketten für den Mössinger Apfelsaft hat Uli Eder vom Netzwerk Streuobst entworfen.

Ende Oktober soll der Mössinger Apfelsaft auf dem Markt sein.

Obstannahme am 8., 15. und 22. Oktober

Hans-Günther Wener vom Netzwerk Streuobst präsentierte beim Apfelfest am Wochenende stolz den neuen „Mössinger“.Bild: Walz

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Erstellt:
6. Oktober 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Oktober 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2010, 12:00 Uhr

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