Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Der Kuaför aus der Keupstraße

Der Kuaför aus der Keupstraße

Der Dokumentarfilm beleuchtet die Hintergründe des NSU-Anschlags in einer türkischen Einkaufsstraße in Köln.

Der Kuaför aus der Keupstrasse

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Deutschland 2015

Regie: Andreas Maus


92 Min.

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
22.02.2015
  • CHRISTOPH DRIESSEN, dpa

2004 ließ die Terrorzelle NSU vor einem Friseursalon in Köln eine Bombe hochgehen. Eine Doku zeigt, wie der Friseur zu Unrecht verdächtigt wurde.

Die erste Frage, die Özcan Yildirim von der Polizei gestellt wurde, nachdem 2004 vor seinem Friseursalon eine Nagelbombe explodiert war, lautete: „Sind Sie versichert?“ Die Polizei hielt es für möglich, dass er selbst hinter dem Anschlag stecken könnte – eventuell, um die Versicherungsprämie zu kassieren. Erst sieben Jahre später wurde deutlich, dass der Nationalsozialistische Untergrund NSU für die Tat verantwortlich war. Von Yildirims Martyrium erzählt jetzt der Film „Der Kuaför aus der Keupstraße“.

Grundlage der Dokumentation sind die Vernehmungsprotokolle der Polizei, die jahrelang davon ausging, es mit einer Abrechnung im kriminellen türkischen Milieu zu tun zu haben. In Richtung Rechtsextremismus wurde nicht ermittelt, obwohl Yildirim und viele andere Händler aus der türkisch geprägten Keupstraße in Köln-Mülheim von Anfang an davon überzeugt waren.

In seinen Mitteln ist der Film sehr zurückgenommen. Schauspieler sprechen die Vernehmungen nach, aber es wird nie der Eindruck einer Spielfilmszene erweckt. „Wir wollten eine Distanz, eine Abstraktion schaffen“, erzählt der Regisseur Andreas Maus. Die Protokolle sprechen für sich selbst und erscheinen für sich genommen wie eine zeitgemäße Version von Franz Kafkas „Prozess“. In erschütternder Weise zeigt sich hier, wie die Behörden einem Unschuldigen auch in einem Rechtsstaat zusetzen können.

Die Polizei schreckte nicht davor zurück, Yildirim zu beschatten und verdeckte Ermittler auf ihn anzusetzen. Noch zwei Jahre nach dem Anschlag wurde er sieben Stunden lang verhört. Das Schlimmste für ihn war jedoch, dass er nun auch in der Keupstraße selbst misstrauisch beargwöhnt wurde. „Alle haben mit dem Finger auf uns gezeigt.“ Der damalige Kölner Polizeipräsident Klaus Steffenhagen erklärte sich zwar bereit, in dem Film aufzutreten, doch nur um zu versichern, er habe die Ermittlungen nicht verfolgt und könne darum auch nichts dazu sagen: „Dafür fehlt mir einfach jede Kenntnis.“

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

22.02.2015, 15:52 Uhr
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Zuschauer-Stimmen
Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular