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Unternehmen

Der Knobelfaktor

Unternehmensberater kommen, wenn es Unternehmen schlecht geht, halbieren das Personal und streichen hohe Honorare ein – so die Mär. Jochen Leukart sieht seine Arbeit anders. Er sucht die Reibung, will Tüftlergeister munter machen. Nicht nur in Krisenzeiten.

09.10.2015
  • TEXT: Alexander Wiemer-Van Veen | FOTO: Michael Heinz

Dass Jochen Leukart sich für seine Beraterfirma CuSo ausgerechnet den Zauberwürfel als bildliches wie gedankliches Logo ausgesucht hat, weckt Assoziationen. Auch unfreiwillig unschöne: Wie oft wollte man dieses Ding schon an die Wand pfeffern? Und heißt es nicht, Unternehmensberater betören gern mit Zahlenspielen, aber letztlich bleibt nur wenig hängen? Trotzdem: Es passt. Denn in Leukart steckt durchaus ein Querdenker. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für jemanden, dessen Ziel es ist, schwäbische Mittelständler besser zu machen. „Das Potenzial ist schon hoch. Aber es könnte noch besser sein. Vor allem bei kleineren, mittleren Unternehmen. Es geht um konstantes Dranbleiben. Wir geben die Tipps, aber der Kunde muss letztlich sein eigenes System finden, sein Ziel zu erreichen“. Könnte jetzt selbstgefällig klingen. Ist aber tatsächlich akkurat und hartnäckig.

Kleine Schritte, große Lücken

Die CuSo Consulting in Seebronn wurde erst dieses Jahr im Mai gegründet. Als Unternehmensberater ist Jochen Leukart aber schon seit Jahren tätig. Bei der Steuerkanzlei und Wirtschaftsprüfergesellschaft Bartenbach aus Bad Wildbad betreut er das dortige, wie er sagt, „Nebenprodukt Unternehmensberatung“. Jetzt hat Leukart seine eigene Beraterfirma auf die Beine gestellt und greift dabei auf Kunden und das Netzwerk zurück, die er sich bei Bartenbach erarbeitet hat. Als Jura-Student und Freelancer fing er dort 2002 an. Jura brach er ab, studierte dafür BWL und baute bei Bartenbach nebenher die Webabteilung aus und überarbeitete das interne Abrechnungssystem. „Wie man ein Unternehmen weiter optimieren kann, in kleinen Schritten, das hat mich einfach immer gereizt“. Nicht bei allen Mitarbeitern stößt das gleich auf Gegenliebe. Aber das ausdrückliche Lob kommt dann doch. Viele Kollegen erwarten auch, dass er seinen Steuerberater macht, bei so guten Voraussetzungen. Aber er will etwas anderes. Man lässt ihn – und profitiert davon. Das soll auch so bleiben. Wobei Leukart betont, er sei kein verlängerter Arm der Steuerkanzlei.

Die Beraterbranche ist im Umbruch. Seit der Dotcom-Blase und der Finanzkrise sind die Kunden vorsichtiger und anspruchsvoller geworden: In Pitches verhandeln Controller oder ehemalige Berater mit am Tisch und klopfen Preise und Kompetenzen ab. Am meisten aber, wie praxistauglich die Strategie der Strategen ist. Dadurch sind die Projektpreise gesunken, der Wettbewerb ist gestiegen. Partnerschaften, Konsolidierungen liegen derzeit im Trend. Während sich Namen wie Siemens oder große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gleich massiv Beraterwissen einkaufen, schließen sich kleinere Consultinghäuser zunehmend zu agilen Netzwerken zusammen. Leukart sieht darin eine Chance: „Steuerberater decken das Geschäftsfeld als Nebenprodukt ab. Und dann gibt es erst einmal wenig Angebote, bis zu den richtig großen Unternehmensberatern. Mit CuSo wollen wir diese Lücke füllen“.

Raus aus der Komfortzone

Strategie- und Nachfolgeberatung, Gründercoaching, Krisenmanagement, Bankgespräche und Gutachten – das Spektrum ist klar auf kleinere, mittlere Unternehmen zugeschnitten. Auch das unbeliebte, oft mit Unternehmensberatern verbundene Thema „Sanierung“ – unrentable Geschäftsbereiche aufgeben, Personal kürzen – gehört dazu. „Aber letztlich geht es darum, zu helfen, diese Tendenzen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Nicht nur den Stempel abgeben und das Darlehen sichern. Wir wollen schauen, dass es läuft und die Spielräume nutzen, so lange sie da sind“. Jetzt, so Leukart, seien die Zeiten gut. Deshalb sieht man sich als Sparringspartner der Kunden, um diese aus der Komfortzone herauszuholen.

Leukart baut dabei auf die Cleverness und den Tüftlergeist schwäbischer Unternehmer. „Fachlich sind die meisten top, aber das betriebswirtschaftliche Management des großen Ganzen verläuft oft nach Bauchgefühl. Und das stimmt eben nicht immer. Mal sind simple Organisationsabläufe fehlerhaft oder der richtige Zeitpunkt für einen neuen Markt oder die Nachfolge wird verpasst“. Klingt alles solide. Kein Schnickschnack. Eben das, was Leukart auch von sich und seinem Team erwartet. „Wir ziehen keine Show ab, mit Powerpoint-Slides und Flowcharts. Es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen: Wo willst du gerne hin? Was möchtest du dabei von mir? Kann ich das liefern oder nicht? Und dann loslegen, knobeln und anschieben“.

Der Knobelfaktor
Jochen Leukart hat

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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