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Immobilien

Der Hotelmarkt boomt

Viele Investoren legen ihr Geld in der Übernachtungsbranche an. In Stuttgart und Esslingen entstehen Neubauten für 180 Millionen Euro.

22.02.2018

Von UWE ROTH

Der Neubau der Novum-Hospitality-Gruppe wird das Übernachtungsangebot in Esslingen erweitern. Foto: Novum Hospitality

Stuttgart. Auf den Buchungsportalen herrscht täglich die Rabattschlacht. Hotels überbieten sich im Internet mit Abschlägen von den Zimmerpreisen. Als Dreingabe gibt es ein üppiges Frühstück. Dazu kommen private Anbieter von Ferienwohnungen, die Hotels besonders in Großstädten Konkurrenz machen. Solche Angebote könnten darauf schließen lassen, dass der Hotelmarkt gesättigt ist. Doch Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing GmbH, Armin Dellnitz, hat andere Indizien. Wo Investoren ein freies Grundstück entdeckten, wollten sie meist ein Hotel bauen, sagt er. „Wegen des billigen Geldes ist genug zum Investieren da.“ Große Geldanleger erwarteten von Hotels wohl bessere Renditen als von Büroimmoblilien. „Hotel geht vor Bürogebäude.“ Selbst eine Tochtergesellschaft der katholischen Caritas will jetzt ins Hotelgewerbe einsteigen.

In der Landeshauptstadt gibt laut Dellnitz aktuell Unterkünfte mit etwa 20?000 Gästebetten – in der gesamten Region seien es etwa 52 000 Betten. Im Kern der Region liegt die Zimmerauslastung bei 75 Prozent. In den kommenden beiden Jahren werden weitere Kapazitäten hinzukommen. Der Boom ist ungebrochen. Im Europaviertel hinter dem Hauptbahnhof ist ein 120 Millionen Euro teurer Herbergskomplex mit 450 Zimmern und Apartments geplant. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Investor ist die Strabag Real Estate.

Im Stuttgarter Stadtteil Fasanenhof heißt der Investor Merkur Development Holding GmbH. Dort baut das Rüsselsheimer Unternehmen für die Hamburger Novum Hospitality-Gruppe eine Immobilie mit 144 Zimmern und 110 Apartments auf 10 500 Quadratmetern. Das Investitionsvolumen soll etwa 30 Millionen Euro betragen. Die Eröffnung ist für Herbst 2019 geplant.

Betreiber setzt auf Expansion

Zeitgleich entsteht in Esslingen ein ähnlich teurer Komplex mit 227 Doppelzimmern und 56 Parkplätzen. Mit im Boot ist dort zusätzlich ein lokaler Investor, die Avonia Real Estate GmbH aus Leinfelden-Echterdingen. Ein drittes Hotel ist bis 2020 am Pragsattel geplant. Die Novum-Hospitality-Gruppe ist nach Firmenangaben auf Expansionskurs: Im laufenden Jahr sind acht Neueröffnungen geplant, 2019 zwölf. Für 2021 nimmt die Novum-Gruppe einen weiteren Standort in Stuttgart ins Visier.

Das Unternehmen nennt sein Konzept „Niu“, mit dem es sich von der Hotelbewertung nach Sternekategorien absetzen will. Statt sich an Normmaßen zu orientieren, will es mit „lokalem Design“ punkten. Die Hotels richten sich „an Globetrotter sowie Geschäftsreisende“, wie es in der Projektbeschreibung heißt.

Marketing-Geschäftsführer Dellnitz sieht die Entwicklung zwiegespalten: Einerseits freut er sich über den boomenden Städtetourismus. Im Vergleich zu anderen Großstädten sei der Bettenzuwachs sogar leicht unterdurchschnittlich. Zum anderen beobachtet er mit Sorge, dass die Hotels ohne größere Tagungs- oder gar Kongressräume gebaut werden. „Es sind zu 100 Prozent Bettenhotels.“ Dabei benötige die Region dringend weitere Tagungszentren. „In Stuttgart ist der politische Wille da. Doch es fehlt ein Grundstück, das zeitnah bebaut werden kann“, sagt Dellnitz.

Auf dem Gelände von Stuttgart?21 ist ein solcher Standort vorgesehen. Da der Tiefbahnhof aber später fertig werde, könnte dort erst von 2025 an geplant werden. Mit einer Fertigstellung sei nicht vor 2030 zu errechnen. Bis dahin werde bereits ein weiteres Kongresszentrum benötigt. „Das ist schon ein bisschen frustrierend“, findet er.

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Erstellt:
22. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2018, 06:00 Uhr

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