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Der Großmeister des afrikanischen Kinos ist tot

Am 9. Juni ist der afrikanische Filmregis­seur Ousmane Sembène im Alter von 84 Jahren gestorben. Der Senega­lese war in den vergangenen Jahren oft in Tübingen, um seine Filme vorzustellen (zuletzt „Molaadé“).

14.06.2007

Mit Ousmane Sembène verliert die afrikanische Kultur einen ihrer wichtigsten Repräsentanten. Bevor er 1963 mit “Borom Sarret“ den ersten unabhängigen afrikanischen Film überhaupt produzierte, war er bereits als Schriftsteller berühmt geworden.

„Moolaadé – Bann der Hoffnung“, der letzte Film den er fertig stellen konnte, hat er mit über 80 Jahren gedreht. Mit ihm war Sembène im April letzten Jahres auf Tournee in Deutschland, und wer ihn bei einer dieser Veranstaltungen erlebt hat, weiß, mit welchem Elan er sich bis zuletzt für die afrikanische Kultur eingesetzt hat.

Dabei ging es ihm nie nur um Film oder Literatur. Sein Hauptanliegen waren die Menschen, denen er Mut für ein selbst bestimmtes Leben machen wollte. Dabei die Mächtigen zu kritisieren und sie zuweilen mit satirischer Schärfe dem Gespött preiszugeben, hat sich Semb­ène nie gescheut.

Seit dem Ende der achtziger Jahre, als EZEF seinen Klassiker „Xala“ herausgegeben hatte, gab es eine gute und rege Arbeitsbeziehung mit ihm. Es folgten „Guelwaar“ (1992), der vom WDR koproduziert wurde, und danach die beiden Spielfilme „Faat Kine“ (2000) und zuletzt „Moolaadé“ (2004). Bis zuletzt hat Sembène an einem Drehbuch für einen neuen Spielilm gearbeitet.

Am Freitag, einen Tag vor seinem Tod in Dakar, wurde „Moolaadé“ vor 200 überwiegend jungen Zuschauern beim Evangelischen Kirchentag in Köln gezeigt und einmal mehr sehr positiv aufgenommen. Darum wissend, dass er immer auf Rückmeldungen „von der Basis“ erpicht ist, wollte ich ihm dies in einem Fax mitteilen. Wir sind uns sicher: die Nachricht hätte ihm gefallen!

TAGBLATT-Interview mit Ousmane Sembène (April 2006)

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Erstellt:
14. Juni 2007, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Juni 2007, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2007, 12:00 Uhr

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