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Der Förderkreis Patenschulen hat 135.000 Euro für den Schul-Neubau in Kathmandu gesammelt
In Notklassenräumen werden die Kids der Kailash-Bodhi-Schule derzeit unterrichtet. Ihre alte Schule zerstörte 2015 ein Erdbeben. Bild: Verein
Kleiner Verein, großes Projekt

Der Förderkreis Patenschulen hat 135.000 Euro für den Schul-Neubau in Kathmandu gesammelt

Einen Spatenstich ohne Spaten und ohne Stich: Das war dem Verein „Förderkreis Patenschulen“ am Freitagabend im katholischen Gemeindezentrum trotzdem ein Fest wert.

14.03.2017
  • Wolfgang Albers

Das mit dem wirklichen Spatenstich ist auch ziemlich schwierig: Der Bau liegt weit weg in Nepal – es ist die Kailash-Bodhi-Schule in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu.

Der Förderkreis Patenschulen ist ein kleiner, aber sehr rühriger Verein, wie Bürgermeister Bernd Haug lobte: „Ich habe großen Respekt, was dieser unglaublich aktive Verein hat leisten können.“ Der Verein ist aus Privatinitiativen, die sich für Schulen in Eritrea und Nepal engagierten, entstanden.

In Nepal unterstützt der Verein den Verbund der Kailash-Bodhi-Schule, die neben der Oberschule in Kathmandu zwei weitere Schulen in den ländlichen Regionen von Humla und Simikot eingerichtet hat. Das Engagement für diesen von dem Lama Göndup initiierten Schulverbund begründet die Vereinsvorsitzende Barbara Krahl so: „Diese Schule macht ein besonderes Angebot für Kinder aus dem benachbarten Tibet. Sie ist die einzige Schule in Nepal, in der Kinder ihre Muttersprache als Schriftsprache lernen können. So wird die tibetische Kultur erhalten – deshalb fördern wir diese Schule.“

Wellblechhütten in der Not

Der andere Grund liegt in der Mischung der Schulkinder, keine Selbstverständlichkeit an Privatschulen: „Hier kommen Kinder aus allen Ethnien und Kasten und leben dort friedlich zusammen, das ist ganz wichtig für Nepal.“

Der Verein hat die Schule mit Patenschaften und Lehrergehältern unterstützt. Dann aber kam das Jahr 2015: Ein Erdbeben verwüstete Nepal und machte auch die Kailash-Bodhi-Schule unbenutzbar. Zunächst half der Verein mit Wellblechhütten als Notklassenräumen, dann stand der Wiederaufbau an. Die erste Hoffnung war, die Schule sanieren zu können – das hätte 160 000 Euro gekostet. Schließlich aber untersagten die Behörden diesen Plan, forderten einen Abriss der beschädigten Schule und einen erdbebensicheren Neubau. Und die Kosten kletterten auf 580 000 Euro.

Eigentlich so manche Nummer zu groß für den 86-Mitglieder-Verein, aber die Hauptversammlung beauftragte den Vorstand dennoch, den Neubau zu ermöglichen. Einen Teil der Kosten übernimmt eine norwegische Partnerorganisation, außerdem gelang es dem Verein, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit zu einem 100 000-Euro-Beitrag zu bewegen.

Für seinen Anteil hat der Verein 135 000 Euro gesammelt. Wie sehr jeder einzelne Euro dabei geholfen hat, machte Barbara Krahl mit einer Auflistung der Spenden deutlich: 18 000 Euro sind durch Einzelbeiträge bis 100 Euro zusammen gekommen. Und 13 000 Euro allein hat der Spendenlauf der Graf-Eberhard-Schule zusammen gebracht. Jetzt kann der Bau beginnen.

Lehrer sind Idealisten

Wie notwendig diese Schule gerade für Kinder aus den Dörfern ist, betonte auch Bernd Haug: „Das berührt mich immer wieder, dass die Familien dort nicht wissen, wie sie den Alltag meistern sollen und über das Jahr hinkommen.“ Erstklassige Bildung kann eine Ausstiegshilfe aus dieser Armut sein, und dass die Schule diese bietet, betonte Barbara Krahl: „Die Lehrer dort sind absolute Idealisten. Sie bekommen weniger Geld als an Staatsschulen, leisten aber wesentlich mehr. Die Schule gehört nach den Ergebnissen der Abschlussprüfungen zu den zehn besten des Landes – auch deshalb hat sie den Neubau verdient.“

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14.03.2017, 01:00 Uhr
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