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Der Fließband-Magier
Hans Klok auf Tour: Spektakuläre*Show mit lebensgefährlichen Stunts

Der Fließband-Magier

Er hat nicht den Charme eines David Copperfield und auch nicht den Witz der Ehrlich-Brothers. Hans Klok ist dafür wahnsinnig fleißig. Der Holländer zaubert in einem Irrsinns-tempo - ein Fließband-Magier.

01.12.2015
  • GUDRUN SOKOL

Ulm. Dass er nicht das gleiche Kaliber ist wie ein David Copperfield, weiß Hans Klok selbst. Deshalb stellt er sich seinem Publikum spaßeshalber erst einmal vor: "Mein Name ist Hans Klok, und ich bin Niederländer. Mein Deutsch hört sich an wie Rudi Carrell, aber ich sehe aus wie Linda de Mol." Das trifft zwar bestenfalls auf seine blonde Fönfrisur zu, doch die ist während seiner Show stets in Bewegung, fast so, als blase auf der Klok schen Bühne permanent ein kräftiger Wind. Dabei ist es der 46-Jährige selbst, der immerzu am Wirbeln ist.

Kaum hat er die eine Assistentin in eine Kiste gezaubert, steht schon die nächste bereit, um sich von ihm in einer anderen Kiste vierteilen und hinterher wieder zusammensetzen zu lassen. Eine Dritte lässt er mal eben durch die Luft schweben, und weil natürlich jeder weiß, dass dies alles nur Trick ist, holt er auch noch eine Zuschauerin auf die Bühne, mit der er dasselbe anstellt. Womit klar wäre, wer hier die Fäden in der Hand hält. Zwischendurch verschwindet der Magier selbst in einem der Kästen, lässt ihn von scheppernden Schwertern oder Metallplatten durchbohren oder zeigt sich in zwei Teilen - Ober- und Unterkörper getrennt - auf der Bühne.

Klok zaubert in einem verblüffenden Tempo, präsentiert Tricks wie am Fließband und gönnt sich, seinem Team und dem Publikum kaum Verschnaufpausen. Da lässt er Lichtkugeln durch den Zuschauerraum schweben, fischt komplette Kartensätze aus der Luft, lässt Tücher in verschlossenen Gläsern tanzen oder tischt aus dem Nichts Weinflaschen und -gläser auf.

Geschwindigkeit ist Kloks Markenzeichen. 2012 stellte er in England in einer Livesendung der BBC einen Weltrekord auf, indem er innerhalb von fünf Minuten zwölf große Illusionen präsentierte. Schon im Jahr darauf schaffte er 15. Für seine Kunst wurde Klok zuletzt beim Zirkusfestival von Monte Carlo mit dem Silbernen Clown ausgezeichnet - "als erster Magier überhaupt", wie er stolz wissen lässt.

Kloks zweite große Stärke ist die Entfesselungskunst. Seine aktuelle Tournee nennt er "The New Houdini"; er will sie als Hommage an den Illusions- und Entfesselungskünstler Harry Houdini verstanden wissen, der in den 1920er Jahren weit über Amerika hinaus mit verblüffenden Stunts und Befreiungsaktionen berühmt wurde.

Houdinis bekannteste Nummer, die Unterwasser-Entfesselung, hat Klok in sein Programm übernommen: Zwei Minuten gibt er sich, um sich in einem mit Wasser gefüllten, fest verschlossenen Bassin aus Ketten zu befreien - und schafft nicht nur das, sondern lässt an seiner Stelle auch noch eine Assistentin in dem Becken verschwinden.

Auch bei seinem zweiten großen Stunt, der "Kralle des Todes", arbeitet der Magier - fest in eine Zwangsjacke geschnürt und an den Beinen aufgehängt - gegen die Zeit. Ungefähr eine Minute dauere es erfahrungsgemäß, bis das benzingetränkte Seil nach dem Anzünden durchgebrannt ist. Bis dahin hält es die beiden mörderisch aussehenden Metallkrallen auseinander, zwischen denen Klok baumelt.

Ob solch lebensgefährliche Stunts in einer Show sein müssen, die als "Familien-Event" angepriesen wird? Offenbar, denn allein mit fleißiger Fließband-Arbeit, ein bisschen Tanz, Show und Varieté ist es für einen Zauberer heutzutage halt nicht mehr getan.

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01.12.2015, 08:30 Uhr
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