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Der "Feuer-Affe" steht vor der Tür
Die Menschen, hier in Hongkong, beten für Glück im Jahr des Affen. Foto: afp
Wichtigster Feiertag des Jahres: Chinesen begehen das Neujahrsfest - Finanzberater wittern gute Geschäfte

Der "Feuer-Affe" steht vor der Tür

In der Nacht zu heute begrüßten die Chinesen nach dem traditionellen Mondkalender das Jahr des Affen. Es verspricht ein turbulentes Jahr zu werden. Doch warum ist das Tierzeichen für die Chinesen so wichtig?

08.02.2016
  • FELIX LEE

Peking. Offiziell ist in China ja niemand abergläubisch. So hatte es einst die Kommunistische Partei festgelegt und jede Religion, jeden Glauben und sonst irgendwie spirituelle Neigung für "überwindbar" erklärt. Ganz nach dem Motto ihres Vorbilds Karl Marx, der Religion als "Opium fürs Volk" bezeichnete.

Das hält Chinas kommunistische Führung dennoch nicht davon ab, dieser Tage in ihren Staats- und Parteizeitungen vor dem anstehenden Affenjahr zu warnen. Es könnte "lebhaft" werden, "turbulent", "unberechenbar", alles sei möglich, heißt es etwa in der "Liaoning Abendpost". Deshalb müsse rechtzeitig Vorsorge getroffen werden. Sämtliche Ereignisse, die zu Tumulten oder gar Unruhen führen könnten, sollten um jeden Preis gemieden werden.

Weltweit rund 1,4 Milliarden Chinesen begrüßen heute das Jahr des Affen. Das chinesische Neujahrsfest orientiert sich am traditionellen Mondkalender. Der in China wichtigste Feiertag fällt in diesem Jahr auf den 8. Februar.

Und es verspricht ein lebhaftes Jahr zu werden. Der Volksmund sagt, der Affe bringe sehr viel Bewegung. Probleme löse er raffiniert und kreativ mit leichter Hand, wirtschaftlich könnte es mal bergauf gehen, mal bergab. Aber den meisten Chinesen ist Dynamik lieber als Stagnation. Und da dieses Mal das Jahr auch noch mit dem Element des Feuers verbunden ist, steht ein so genannter Feuer-Affe vor der Tür. Das verspricht zusätzlichen Trubel.

Viele Familien werden das neue Jahr daher mit besonders lautem Getöse begrüßen. Denn der Affe folgt im chinesischen Tierkreis auf das Jahr des Schafes. Und das gilt als glücklos und langweilig.

Tatsächlich ist die Wahrsagerei rund um die zwölf Tierkreiszeichen der chinesischen Astrologie eine der wenigen Traditionen, die den seit nunmehr 67 Jahren anhaltenden Angriffen der Kommunisten auf alte chinesische Rituale und Gebräuche überlebt haben und auch von der Führung gepflegt werden. Als 1976 Staatsgründer Mao starb, wurde das offiziell mit dem Jahr des Drachens in Verbindung gebracht. Dem Drachenjahr werden stets große, oft aber auch schreckliche Ereignisse zugeschrieben.

Affenjahre gelten zwar als turbulent, aber fast immer mit einem positiven Ausgang. Besonders Finanzberater wittern 2016 in China gute Geschäfte. Schon Wochen bevor das Affenjahr begonnen hat, werben Banken mit neuen Finanzprodukten, die sie eigens fürs Affenjahr geschaffen hätten. So wie der Affe als agil, schlau und risikoreich gilt, gelte das auch für das ihm gewidmete Jahr. Das Affenjahr ist auch als das "Jahr des Geldes" bekannt.

Im Allgemeinen freuen sich die Menschen in China daher auf das Affenjahr. Sämtliche Werbetafeln und Litfaßsäulen sind mit witzigen Affenmotiven beklebt. Besonders beliebt: Der Affenkönig, eine chinesische Sagenfigur, der mit einem Mönch, einem Schwein und einem Bettler sich angeblich einst auf den Weg nach Indien machte, um die heiligen Schriften Buddhas nach China zu holen. Er galt als listig, respektlos, aber auch klug und liebenswert. Jedes Kind in China kennt ihn.

Hochschwangere in China setzen derzeit alles darauf, ihr Kind nicht im Schafsjahr zur Welt zu bringen, sondern erst wenn das Jahr des Affen eingeläutet ist. Denn Menschen, die im Jahr des Affen (1944, 1956, 1968, 1980, 1992, 2004) geboren sind, gelten als intelligent, agil, verspielt und humorvoll. Allerdings können sie auch leicht jähzornig werden, ruhelos und egoistisch. Aber das ist den meisten Müttern immer noch lieber als das Schaf.

Mit einem Umsturz muss die chinesische Führung 2016 aber nicht rechnen. Denn so frech und aufmüpfig der Affe ist - er gilt chinesischen Astrologen zufolge als nicht besonders ausdauernd. Für eine umfassende Revolte in China wäre das aber nötig.

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08.02.2016, 08:30 Uhr
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