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Gestern Kepi, morgen Cannes?

Der Ex-Tübinger Franz Rogowski ist ein angesagter Kino-Star – mit Lizenz zum Hochstapeln

Mit dem kleinen Independent-Film „Love Steaks“ kam er vor vier Jahren im Kino groß heraus. Danach war Franz Rogowski im gefeierten „Victoria“, jenem Berlin-Film ohne einen einzigen Schnitt, dabei.

28.03.2017
  • Dieter Oßwald

Und nächsten Monat ist er in „Tiger Girl“ auf der Leinwand zu sehen, dem „Love Steaks“-Nachfolger, der auf der Berlinale für Furore sorgte.

Vielen gilt der 30-Jährige als aktuell wildester Darsteller aus deutschen Landen. In diesem Jahr könnten weitere Coups folgen, Cannes-Auftritte inklusive. Aktuell steht der Darsteller an der Seite von „Toni Erdmann“-Star Sandra Hüller und Peter Kurth (Deutscher Filmpreis für „Herbert“) für „In den Gängen“ vor der Kamera.

Nach Vorlage der gleichnamigen Kurzgeschichte von Clemens Meyer spielt der Ex-Tübinger einen schüchternen Staplerfahrer, der sich im Großmarkt in die Lageristin der Süßwaren-Abteilung (Hüller) verliebt. Gedreht wird unter der Regie von Thomas Stuber („Herbert“) noch bis Ostern im Osten, rund um Leipzig. Für einen Tag, der Filmfördertourismus macht’s möglich, kam das Drehteam nach Baden-Württemberg. Eine unscheinbare Halle im Karlsruher Industriegebiet wird zur Kulisse jener Szene, in der Rogowski alias Christian seinen Stapler-Führerschein machen soll. „Gar nicht so einfach!“, kommentiert der Schauspieler, der für die Rolle die offizielle Lizenz zum Hochstapler erworben hat. Im übertragenen Sinn ist das überhaupt nicht sein Ding. Dass er aktuell als der coolste junge Wilde des deutschen Kinos gefeiert wird? „Ist doch schön, wenn man wahrgenommen wird!“, sagt er bescheiden.

Dass er im Mai höchstwahrscheinlich in Cannes an der Seite von Isabelle Huppert über den Roten Teppich laufen wird, um den neuen Michael Haneke „Happy End“ zu präsentieren? Offiziell bestätigt sei das ja noch gar nicht, gibt er sich gelassen. Und der andere heiße Palmen-Kandidat „Radegund“ von Terrence Malick, in dem Rogowski gemeinsam mit Bruno Ganz auftritt? „Malick wird sicher noch ein Jahr lang am Schnitt arbeiten“, lacht er amüsiert. Im aktuellen Film-Kostüm, einem blaukarierten Hemd samt übergroßer Hose, bekäme er im Glamour-Ghetto Cannes kaum Einlass. Für den Part passt der schlichte Look wie angegossen – und allemal besser als gar nichts, wie in „Love Steaks“? „Die dortigen Nacktszenen fand ich gar nicht so dramatisch“, erinnert er sich an den damaligen Dreh.

Auch an Tübingen klingen die Erinnerungen versöhnlicher als einst. „Mir wurde vermittelt, dass ich nichts kann und nichts tauge“, klagte er vor drei Jahren dem TAGBLATT über seine Zeit am Kepler- und am Uhlandgymnasium, die ihn damals die Zelte hier abbrechen und nach Berlin fliehen ließen. „Ich komme immer gerne nach Tübingen zurück“, sagt er heute. An Weihnachten und Ostern sowieso, um die Familie zu besuchen. Viel Zeit bleibt kaum. Im Sommer steht die Anna Seghers-Verfilmung „Transit“ von Christian Petzold auf dem Plan. Und auch eine Rolle im geplanten Remake von „Berlin Alexanderplatz“ dürfte drin sein: Der Döblin-Klassiker, versetzt ins Heute, mit einem Flüchtling als scheiterndem Helden.

Dessen Produzent, der Ludwigsburger Jochen Laube, ist seit dem aktuellen „In den Gängen“-Dreh vom talentierten Franz Rogowski rundum begeistert – das dürfte sich in diesem Jahr durchaus bis Hollywood herumsprechen.

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28.03.2017, 01:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
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