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Ein Zweitligist als Familienunternehmen

Der Erfolg der Handballer des TV Bittenfeld ist eng mit den Schweikardts verknüpft

Wenn Michael Schweikardt den Satzanfang "Der TVB ist der beste Verein, ." mit einem ". weil es hier trotz der hohen Spielklasse immer noch familiär zugeht" vervollständigt, ist das ausnahmsweise keine Sportlerfloskel.

07.10.2014

Von SEBASTIAN SCHMID

Man tritt niemandem im Umfeld des schwäbischen Handball-Vereins auf die Füße, wenn man den Zweitligisten als ein kleines Familienunternehmen bezeichnet - und Michael Schweikardt ist Teil dieser Geschichte.

In dem 4500-Seelen-Dorf Bittenfeld, einem Ortsteil von Waiblingen, 20 Kilometer von Stuttgart entfernt, dürfte es kaum einen Einwohner geben, der die Schweikardts nicht kennt. Die örtlichen Handballer sind das Aushängeschild der Gemeinde - und deren Aufstieg ist eng mit Günter Schweikardt (65) und seinen Söhnen Jürgen (34) und Michael (31) verbunden.

Das Familienoberhaupt übernahm in den 90er Jahren den damaligen Verbandsligisten, bei dem es seinerzeit nicht gut lief. Damit es aufwärts geht, entwarf Günter Schweikardt, der 1972 mit Frisch Auf Göppingen deutscher Meister wurde, umfassende Trainingsrichtlinien für die Jugendarbeit.

Bis die Umstellungen fruchteten, dauerte es eine Weile, aber dann nahm der TV Bittenfeld an Fahrt auf. Zwischen 2002 und 2006 stieg der Verein - gestützt auf die eigenen Talente - viermal auf. Immer dabei: Vater Günter als Trainer und Sohn Jürgen, der zuvor für ein Jahr sein Glück beim damaligen Zweitligisten Kornwestheim versucht hatte.

Michael war in dieser Zeit in die Fußstapfen seines Vaters getreten und als 18-Jähriger zum Erstligisten Göppingen gewechselt: "Als das Angebot kam, konnte ich nicht Nein sagen." Leicht fiel ihm der Wechsel nicht: "Der TV Bittenfeld ist mein Heimatverein." Doch was bedeutet das für ihn? "In einem Heimatverein setzen sich die Spieler mit dem Verein auseinander und besuchen zum Beispiel auch mal Jugendspiele", so Michael Schweikardt. Für ihn gehört auch dazu, dass man die Leute aus dem Umfeld persönlich kennt und mal einen Plausch mit dem Hausmeister und den anderen Helfern im Verein hält.

Sieben Jahre war er Frisch Auf Göppingen treu. "Mit der Zeit kamen da schon auch Heimatgefühle auf." Der Kontakt nach Bittenfeld blieb natürlich bestehen. Wenn der Vater Trainer ist und der Bruder im Rückraum spielt, geht es nicht anders. "Mein Herz schlug für zwei Vereine", erinnert sich der Rückraumspieler. Nach einem zweijährigen Intermezzo beim Erstligisten MT Melsungen kehrte der verlorene Sohn 2012 in die Heimat zurück.

Bruder Jürgen hat mittlerweile das Zepter von seinem Vater übernommen. Günter Schweikardt zog sich aber nicht völlig aus dem Verein zurück, sondern ist als sportlicher Leiter unter anderem für Neuverpflichtungen zuständig. Eigentlich sollte Jürgen das Traineramt nur für ein halbes Jahr als Interimslösung übernehmen, zumal er auch noch Geschäftsführer des Zweitligisten ist und sich um das Marketing kümmert. Doch der Filius hat sich einiges bei seinem Vater abgeschaut und führte den TV in die Spitze der zweiten Liga. In der vergangenen Saison klopfte Bittenfeld sogar an der Tür zur ersten Liga an und verpasste als Vierter um einen Punkt hinter Bietigheim den Aufstieg. Dieses Jahr mischt der Dorfverein, der seine Spiele in Stuttgart austrägt, wieder vorne mit. Der Aufstieg wäre die Krönung der Erfolgsgeschichte.

Michael Schweikardt spielt für seinen Heimatverein Bittenfeld. Foto: Eibner

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Erstellt:
7. Oktober 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Oktober 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Oktober 2014, 12:00 Uhr

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