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Der Biber

Der Biber

Drama von Jodie Foster über einen Ehemann, der mit Hilfe einer Handpuppe seine Depression zu überwinden versucht.

Jetzt im Kino: Jodie Foster lässt die Puppe (und Mel Gibson) tanzen - "Der Biber"

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Jetzt im Kino: Jodie Foster lässt die Puppe (und Mel Gibson) tanzen - "Der Biber" --

01:22 min

The Beaver
USA

Regie: Jodie Foster
Mit: Mel Gibson, Jodie Foster, Anton Yelchin, Riley Thomas Stewart

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten

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15.05.2011
  • Dorothee Hermann

Vielleicht kennt Regisseurin Jodie Foster das Bilderbuch vom Schwarzen Hund, in dem der gebürtige Australier Matthew John-stone aus den Erfahrungen mit seiner Depression skurrile Bildergeschichten machte. Die Objektivierung in einem Tier erlaubte es ihm, sich nicht völlig von der Krankheit vereinnahmen zu lassen, sich über sie (und sich selbst) lustig zu machen, sie in gewisser Weise zu bändigen. Schon von Winston Churchill ist überliefert, dass er seine bipolare Störung Black Dog zu nennen pflegte.

Für den ausgebrannten Chef einer Spielzeugfirma übernimmt ein alter Plüschbiber diese Funktion. Walter Black (Mel Gibson) hat den Job als Boss hingeschmissen. Zuhause setzt Ehefrau Meredith (Jodie Foster), arrivierte Achterbahn-Designerin und erfolgreiches Gegenbild zu den unproduktiven Abstürzen ihres Mannes, ihn vor die Tür. Ein hampeliger Selbstmordversuch ist krachend gescheitert, als Walter einen ausgemusterten Spielzeugbiber aus einer Mülltonne fischt. Zuvor beinahe verstummt, spricht er fortan wieder, allerdings ausschließlich durch den pelzigen Gefährten. Wirklich lustig findet das nur sein kleiner Sohn Henry.

Die absichtlich überzeichneten Szenen sind ganz nah am Hauptdarsteller und durchbrechen durch ihre Komik eventuelle Abwehrreflexe gegenüber psychischen Störungen. Bedauernswert-abgeschrieben ist Walter allenfalls für sich selbst.

Die tierisch-männliche Doppelrolle hätte ein erstaunliches Comeback für das alte Raubein Gibson werden können, das im realen Leben mit Alkoholexzessen und zuletzt durch häusliche Gewalt auffiel. Sein gewohntes Image als paranoid-gewaltbereiter Cop („Lethal Weapon“) oder historischer Haudegen („Braveheart“) ist in diesem Film (fast) ausgesetzt. Überhaupt zeigt Regisseurin Jodie Foster eher verletzliche (schwache?) Männer. Walters Erstgeborener, der 17-jährige Porter (Anton Yelchin), traut sich kaum, die blonde Cheerleaderin Norah („Winter’s Bone“-Star Jennifer Lawrence) anzusprechen.

Leider vermasselt die drastisch überspitzte zweite Hälfte die durchaus feinfühlige Familienstudie. Das Ende kommt einerseits zu versöhnlich daher; zum anderen hält es die knüppeldicke Mahnung bereit, sich mit einer schweren Depression doch lieber gleich in konventionell-medizinische Behandlung zu begeben, statt sich auf bauchrednerischen Plüschtierabwegen lächerlich zu machen und in die Selbstverstümmelung abzudriften. Es ist, als hätten Regisseurin und Drehbuchautor (Kyle Killen) die erfrischenden Bizarrerien des Films nicht schnell genug wieder aufheben können.

Ein Mann und sein Plüschtier – hätten mehr verdient als ein resignierendes Ende.

Spielplan

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15.05.2011, 12:00 Uhr | geändert: 06.06.2011, 12:00 Uhr
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