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Bücher

Der Autor kommt ins Wohnzimmer

„zwischen/miete“ veranstaltet Lesungen in Stuttgarter WGs. Ende Juli schaut Schriftstellerin Annika Scheffel vorbei.

06.07.2018

Von NADJA OTTERBACH

Literatur in intimer WG-Atmosphäre. Foto: Literaturhaus Stuttgart

Stuttgart. Bier, Brezeln, gute Bücher: Viel mehr braucht es nicht, um junges Publikum zur Lesung zu locken. Diese Erfahrung machen die Initiatoren von „zwischen/miete“, einem Projekt des Literaturhauses, seit mittlerweile vier Jahren. Das Besondere an der Reihe: Die Autoren lesen in Stuttgarter Wohngemeinschaften. Die Zuhörer sitzen auf Sofas oder auf dem Boden, feiern mit dem Schriftsteller eine WG-Party inklusive Kultur.

Charline Medernach ist eine von drei Projektleiterinnen. Sie sagt: „Wir wünschen uns, durch unsere Lesungen junge Autoren zu fördern, indem wir ihnen eine Plattform bieten, und andererseits Menschen die junge Gegenwartsliteratur näherzubringen.“ In jedem Fall sollen Autor, Publikum, WG-Bewohner und Projektleiter ins Gespräch kommen. „Literatur muss man eben nicht still und alleine für sich zu Hause lesen“, so Medernach, „man kann sie auch gemeinsam erleben und den Austausch dadurch beleben“.

Brezel und Bier inklusive

Angefangen hat alles im April 2014 mit der ersten WG-Lesung. Seitdem stellen Medernach und ihre Kolleginnen pro Semester drei bis vier „zwischen/miete“-Events auf die Beine. In diesem Jahr haben bereits Leander Steinkopf, Lorenz Just und Josefine Rieks ihre Bücher vorgestellt – allesamt junge Autoren, die bei etablierten Verlagen veröffentlichen. Fünf weitere Lesungen sollen noch bis Ende des Jahres stattfinden, die nächste am 26. Juli. Dann wird Annika Scheffel in Bad Cannstatt aus ihrem Roman „Hier ist es schön“ vorlesen. Die 35-Jährige, mehrfach ausgezeichnete Wahl-Berlinerin erzählt von zwei jungen Menschen, die für Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen. Der Eintritt kostet fünf Euro, Brezel und Bier sind inklusive.

Räume für ihre Lesungen zu finden, sei nicht schwer, sagt Medernach. WGs können sich via E-Mail/Facebook melden. Nach einer Wohnungsbesichtigung wird entschieden, ob eine Lesung möglich ist. Das Wichtigste: Zwischen 30 und 50 Besucher sollten Platz haben. Und: Geld gibt's dafür keins. Dafür können sich die Gastgeber entspannt zurücklehnen, das Team der „zwischen/miete“ richtet die Räume her und kümmert sich um Technik und Snacks. Nadja Otterbach

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Erstellt:
6. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Juli 2018, 06:00 Uhr

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