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Der Arzt Wolfgang Raiser knüpfte Kontakte nach Kamerun

„Ich habe unheimlich viel gelernt“, erzählt der Tübinger Arzt Wolfgang Raiser. Dabei war er eigentlich nach Kamerun gereist, um anderen etwas beizubringen. Daraus entstanden viele Freundschaften.

09.01.2013

Von Angelika Bachmann

Tübingen. Das Ultraschallgerät war zu schade, um es einfach auszumustern. Als der Tübinger Arzt Wolfgang Raiser kürzlich für seine Praxis in der Tübinger Südstadt ein neues Sonografiegerät kaufte, hatte er deshalb die Idee, das alte Gerät zu verschenken. Das Deutsche Institut für ärztliche Mission in Tübingen wusste auch einen geeigneten Empfänger. Eine Gesundheitsstation und ein Krankenhaus im Norden Kameruns hatten justament kurz zuvor angefragt: Sie bräuchten dringend ein Ultraschallgerät. So entstand der Kontakt.

Kürzlich reiste Raiser also in den Norden Kameruns, um nicht nur das Ultraschallgerät zu überbringen, sondern auch in einem Lehrgang Ärzte und Pfleger in Sonografie zu schulen. Angetan war Raiser von dem großen Interesse der Ärzte und Pfleger in einer kleinen Gesundheitsstation in Mokong. Beeindruckt hat ihn, mit welchem Engagement die Einrichtung betrieben wird ? fast ausschließlich von Pflegekräften, die auch viele ärztliche Aufgaben übernehmen: Sie machen augenärztliche Untersuchungen, operieren Grauen Star und kümmern sich um die Anästhesie. Sie verdienen dabei mit 270 Euro etwa ein Drittel des Monatslohns eines Arztes in Kamerun.

Abends diskutierte man über Griechenland

Zwei Ultraschall-Kurse gab Raiser: in der Gesundheitsstation in dem kleinen Ort Mokong und im Krankenhaus in der größeren Stadt Zidim. Zuvor hatte er sich noch ein Lehrbuch in französischer Sprache gekauft, um sein Fachvokabular aufzufrischen und in der Landessprache unterrichten zu können.

Bereichernd fand Raiser die Gespräche mit Kollegen. Die drehten sich nicht immer nur um Medizin. „Wir haben über die Griechenland-Krise diskutiert und über den US-Wahlkampf.? Auch über den Sinn und Unsinn von Kleider-Spenden für Afrika. Das afrikanische Land und den afrikanischen Kontinent, den man sonst eigentlich nur als „Problemkontinent? und aus Katastrophen- und (Bürger-)kriegsberichten in den Nachrichten kenne, habe er auf eine ganz andere Art und Weise kennengelernt: „Ich habe viele sehr gut qualifizierte Leute kennengelernt, die ein unheimliches Wissen haben.?

Es soll nicht seine letzte Kamerun-Reise gewesen sein. Raiser hat versprochen, ein weiteres Ultraschallgerät für seine afrikanischen Kollegen zu besorgen und auch weitere Schulungen anzubieten. Raiser will sich deshalb im Kollegenkreis umhören will, ob jemand ein Gerät abgeben oder ersetzen will.

Der Tübinger Arzt Wolfgang Raiser mit Pflegern und Ärzten der Gesundheitsstation in Mokong in Kamerun: Viele ärztliche Aufgaben werden in den dezentralen Krankenhäusern von Pflegekräften übernommen. Bild: privat

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Erstellt:
9. Januar 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Januar 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Januar 2013, 12:00 Uhr

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