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Trumpf ist in Sorge wegen VW

Der Abgasskandal trifft das Familienunternehmen indirekt über die Zulieferer

Rekordergebnis für den Laser- und Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf. Er erreichte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 2,72 Mrd. Euro. Die Prognose für nächstes Jahr fällt nicht so gut aus.

23.10.2015
  • MIRIAM KAMMERER

Ditzingen Zahlen, Zahlen, Zahlen, darum geht es bei einer Bilanzpressekonferenz. Und diese Zahlen verraten eine Menge über ein Unternehmen. Beim Laser- und Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf aus Ditzingen gibt es einige, die besonders aufhorchen lassen.

2,72 Mrd. EUR Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 (30. Juni). Das ist Rekord in der Geschichte des Familienunternehmens. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um 5 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 43,9 Prozent auf 357 Mio. EUR. Dieser hohe Zuwachs erklärt sich auch durch den Verkauf der Medizintechnik im vergangenen Jahr.

10,5 Prozent Rendite lassen manch einen vermutlich vor Neid erblassen. In der Branche ist der mittlere einstellige Bereich üblich. Dies ist um den Effekt des Verkaufs der Medizintechnik bereinigt. Im Vorjahr betrug die Rendite 9,6 Prozent. Angesichts eines Werts von mehr als 10 Prozent stellt sich die Frage, was das nächste Ziel ist. "Durchschnittlich 10 Prozent", sagt Nicola Leibinger-Kammüller, Geschäftsführerin der Gruppe. Das kommende Jahr wird aus ihrer Sicht eher schwierig. Gründe seien die globalen Krisen und die unabsehbaren Folgen des VW-Skandals.

5460 Mitarbeiter beschäftigt Trumpf im Ausland. Damit hat Trumpf zum ersten Mal mehr Mitarbeiter außerhalb Deutschlands als im Inland. Hier arbeiten 5413 Mitarbeiter für das Unternehmen. Insgesamt ging die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent zurück. Leibinger-Kammüller kündigte ein neues Bündnis für Arbeit an. Hier sollen Möglichkeiten zum Home-Office und zum Arbeitsvolumen verhandelt werden. Trumpf bietet schon jetzt die Möglichkeit, sich zum Beispiel Stunden anzusparen, um längere Freizeitblöcke zu haben.

Um 16, 9 Prozent legten die Umsätze auf dem chinesischen Markt zu. Damit überholt China zum ersten Mal die USA und ist nach Deutschland wichtigster Einzelmarkt. Trotz der aktuellen Flaute in China will Trumpf in den nächsten Jahren seinen Umsatz dort auf 25 Prozent steigern.

22 Mitarbeiter hat Axoom, das Start-Up des Unternehmens. Die Tochter hat am 1. Oktober in Karlsruhe seine Arbeit aufgenommen. Hier bündelt Trumpf seine Aktivitäten rund um das Thema Industrie 4.0. "Für uns steht fest, dass wir die Smart Factory nicht anderen überlassen", sagt Leibinger-Kammüller. Mathias Kammüller, Geschäftsführer des Bereichs Werkzeugmaschinen, erklärt die Funktion der neuen Plattform mit einem Vergleich zum Smartphone. So wie das den Alltag des Nutzers regle, so könnte die Plattform von Trumpf die Prozesse einer Fabrik neu oganisieren. Die Plattform ist herstellerunabhängig.

10 Jahre ist die promovierte Literaturwissenschaftlerin Nicola Leibinger-Kammüller im November Trumpf-Chefin und sie sagt "Wir haben uns als Team hervorragend bewährt." Sie und ihre Kollegen in der Geschäftsführung seien erfolgreich durch die schwerste Krise des Unternehmens gegangen.

Noch nicht in Zahlen abzuschätzen sind die Folgen des VW-Skandals für das Unternehmen. Zwar mache Trumpf nur 10 Mio. EUR seines Umsatzes direkt mit VW, aber "wir sind durch die Zulieferer betroffen", sagt Leibinger-Kammüller angesichts des drohenden Sparkurses von VW gegenüber den Zulieferern.

Der Abgasskandal trifft das Familienunternehmen indirekt über die Zulieferer
Ein Auszubildender arbeitet am Stammwerk in Ditzingen an einem Laserresonator. Trumpf kündigt ein neues Bündnis für Arbeit für seine Mitarbeiter an. Foto: dpa

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23.10.2015, 12:00 Uhr
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