Kirchen

Depression nicht zum Tabu erklären

Bischöfe äußern Sorge wegen Suiziden junger Erwachsener: Mit Betroffenen müsse offen gesprochen werden.

04.05.2019

Von EPD

Stuttgart. Über Depression und Suizidgedanken sollte in der Gesellschaft so offen gesprochen werden wie über „Burn-out“. Dieser Überzeugung sind die Bischöfe in Württemberg. Gleichzeitig wandten sich der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, als auch Landesbischof Frank Otfried July dagegen, Menschen zu verurteilen, die Suizid begangen haben.

Psychische Erkrankungen dürften kein Tabuthema sein, sagte Fürst. Es erschrecke, dass Suizid bei unter 25-Jährigen die zweithäufigste Todesursache sei.

Auch July ermutigte dazu, das Gespräch mit psychisch Kranken zu suchen. „Die Sorge, dass die konkrete Frage nach Suizidgedanken selbst einen Suizidimpuls auslöst, ist unbegründet.“ Betroffene sollten Hilfsangebote bekommen, selbst wenn sie zunächst abwehrend reagierten.

Die beiden Bischöfe eröffnen am Sonntag, 17 Uhr, im Ulmer Münster die ökumenische „Woche für das Leben“ für Württemberg. Bundesweiter Start ist am Samstag in Hannover.

Beide Bischöfe wiesen auf zahlreiche kirchliche Dienste zur Suizidprävention hin. Beispiele seien die ökumenische Telefonseelsorge, gemeindepsychiatrische Dienste, Suchtberatungsstellen, Selbsthilfe- und Trauergruppen sowie die Arbeit örtlicher Kirchengemeinden. Neun von zehn Menschen, deren Suizidversuch scheiterte, äußerten sich später froh darüber, noch am Leben zu sein. epd

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Erstellt:
4. Mai 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
4. Mai 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Mai 2019, 06:00 Uhr

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