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Den Wortklaubern aufs Wort glauben

Von Matthias Reichert

„Die besten Sätze sind die ungesagten“, meinte Wittgenstein. Von wegen. Wer schweigt, hat automatisch Unrecht, wer am lautesten brüllt, bekommt meistens Recht. An den Tag treten solche Charakterfragen am sichtbarsten bei Debatten über die Schreibweise. Heißt es „infragestellen“ oder „infrage stellen“ oder „in Frage stellen“? Der Reutlinger Familienvater, der sich über solche Spielarten der Rechtschreibreform Gedanken macht, gehört zu den bemerkenswerten Menschen, denen Kleinigkeiten nicht gleichgültig sind. Ehefrauen, die sich lautstark für eine der drei Schreibweisen verkämpfen, sind Heldinnen des Wörterbuchs, denen meine uneingeschränkte Bewunderung sicher ist.

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