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Dem „Tausendsassa“ die Arbeit erleichtern
Auch die Organisation von Mensen gehört zum Job von Schulleitern. Foto: Jörg Carstensen/dpa
Bildung

Dem „Tausendsassa“ die Arbeit erleichtern

Die Landesregierung will den Beruf des Schulleiters attraktiver machen. Ein Papier der Grünen zeigt, wie entsprechende Maßnahmen aussehen könnten.

13.04.2018
  • AXEL HABERMEHL

Stuttgart. Seit Monaten arbeitet die Landesregierung an einem Konzept zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Schulleitern. Demnächst soll es fertig sein und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Nun haben die Grünen, die größere Regierungsfraktion, ihre Vorstellungen formuliert. In einem Positionspapier, das dieser Zeitung vorliegt, fordert die Fraktion eine Reihe von Maßnahmen.

Dazu gehören eine bessere Bezahlung von Schulleitern und die Entlastung von Verwaltungsaufgaben. Außerdem schweben der Fraktion andere Aus- und Fortbildungen vor, um Lehrer besser auf Aufgaben an der Spitze einer Schule vorzubereiten. Darüber hinaus fordert das Positionspapier auch mehr Team-Arbeit, um „die komplexen Aufgaben der Schulleitung auf mehrere Schultern zu verteilen“. Dazu könnten etwa Anrechnungsstunden neu bemessen und verteilt werden.

„Ein Schulleiter muss heute ein Tausendsassa sein: Schule entwickeln, Personal auswählen und führen, pädagogische und konzeptionelle Neuerungen begleiten, veränderte Rahmenbedingungen fortlaufend in den Schulalltag integrieren. All das setzt besondere Qualifikationen und Kompetenzen voraus“, schreiben die Grünen.

Rektoren auch besser bezahlen

„Das komplexe Anforderungsprofil macht es zunehmend schwieriger, Lehrerinnen und Lehrer für die verantwortungsvolle Position des Schulleiters zu finden. Die Bezahlung kann ein Puzzleteil bei der Nachwuchsgewinnung sein, entscheidender sind aus unserer Sicht aber vor allem optimierte Rahmenbedingungen, die den Schulleitern Freiraum für die pädagogische Entwicklung ihrer Schulen gibt“, sagt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Sandra Boser.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) ist guter Dinge, bald eine Einigung innerhalb der grün-schwarzen Regierung zu erzielen und die Pläne bis Pfingsten vorzulegen. „Wir sind in der Endabstimmung. Das Konzept steht weitgehend, auch finanziell“, sagt sie. Auf konkrete Kosten der Pläne wollte sie sich nicht festlegen, diese hingen von der konkreten Einigung ab. „Es kostet jedenfalls viel Geld“, sagt sie.

Auch Eisenmann nennt vor allem eine bessere Bezahlung und Änderungen der Besoldungsstufen sowie Assistenten in den Bereichen Pädagogik und Verwaltung als Kernpunkte. „Es geht aber auch darum, wie wir Schulleiter als Führungspersonen stärken können.“ Denkbar sei, die Rolle der Schulleiter gegenüber Gremien wie der Gesamt-Lehrerkonferenz zu stärken, um den Rektoren mehr Macht und Gestaltungsfreiheit zu verschaffen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist dem Vernehmen nach in die Details der Reform eingebunden. „Wir müssen den Schulleitern mehr bezahlen und ihnen die einfachen Verwaltungsarbeiten abnehmen“, sagte er im Januar.

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13.04.2018, 06:00 Uhr
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