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Nordkorea

"Dem Endsieg entgegen"

Nordkorea hat nicht nur einen neuen Führer, sondern nun auch eine neue Hymne. Sie ist Teil des Personenkults rund um Kim Jong-Un.

04.07.2012
  • MARTIN KOELLING

Pjöngjang Auch im Digitalzeitalter sind Hymnen beliebte Werbemittel. Der europäische Fußballbund versuchte mit einem Lied der Sängerin Oceana, bei der EM die Menschen auf den Rängen mitzureißen. Nordkorea probiert dies nun mit seinem ganzen Volk: Glaubt man der nordkoreanischen Nachrichtenagentur (KCNA), erobert die frisch komponierte Hymne "Dem Endsieg entgegen" auf den neuen Führer Kim Jong-Un gerade die Massen.

Das Lied spiegele den Zeitgeist und das Stehvermögen Nordkoreas wider, verspricht die offizielle Propaganda. Es besinge ein Land, das unter Anleitung des "geehrten respektierten Kim Jong-Un" den Aufbau einer blühenden sozialistischen Nation beschleunige.

"Das Lied härtet den Willen des koreanischen Militärs und Volkes, mit höchstem nationalen Stolz alles für den Wohlstand des Landes hinzugeben", erklärt die Nachrichtenagentur. Ob sich Kims Untertanen nach all den wirtschaftlich schwierigen und hungrigen Jahren noch mit nationalem Stolz und militärischer Stärke abspeisen lassen, kann nicht beantwortet werden. Zu abgeschlossen ist das Regime. Klar ist jedoch, dass es die Notwendigkeit verspürt, den Personenkult um den erst 28-jährigen Führer aufzubauen.

Als er Anfang des Jahres de facto die Macht übernahm, war er für sein Volk nicht nur ein Unbekannter. Er musste auch als "Greenhorn" erscheinen, da er nicht die Erfahrungen und Erfolge seines Großvaters Kim Il-Sung und seines 2011 verstorbenen Vaters Kim Jong-Il vorweisen konnte. Also wird mangelnde Klasse durch Masse wettgemacht: 81 mal hätten nordkoreanische Medien in den vergangenen sechs Monaten Aktivitäten des jungen Führers erwähnt, ergab eine japanische Auswertung - mehr als es seinem Vater in Spitzenzeiten vergönnt war.

Experten warnen derweil, dass der Norden mit weiteren militärischen Provokationen bis hin zu einem neuerlichen Atombombentest Stärke beweisen könnte. Die Hymne bestärkt die Befürchtungen. "Die Anspielung auf den Endsieg ist ein wenig beunruhigend, weil dies im Rahmen der offiziellen Kultur nur eine Wiedervereinigung bedeuten kann", sagt Bryan Myers, südkoreanischer Experte für nordkoreanische Propaganda.

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04.07.2012, 12:00 Uhr
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