Corona

Delta trifft vor allem die jüngere Generation

Trotz noch immer niedriger Inzidenzen warnen Experten vor Sorglosigkeit. Eine der Mutationen ist offenbar besonders gefährlich.

24.07.2021

Von Hajo Zenker

Die Corona-Neuinfektionen finden fast ausschließlich bei jüngeren Deutschen statt. Das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor. Demnach liegt die Sieben-Tages-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner, zwar bundesweit bei 12,2, bei den Über-65-Jährigen aber lediglich bei 2, während Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren auf 32 kamen. Ein Grund dürfte sein, dass die Impfquote bei Jüngeren geringer ist als bei den Älteren. Zudem pflegen sie mehr soziale Kontakte als Ältere. Wozu das führen kann, zeigt England. Dort liegt die Inzidenz bei jungen Erwachsenen bei 1155. Insgesamt beträgt der Wert in Großbritannien 488.

Der Berliner Virologe Christian Drosten zeigt sich deshalb „zunehmend besorgt über den Impffortschritt“ in Deutschland. Viele Menschen wähnten sich angesichts einer niedrigen Inzidenz in einem falschen Sicherheitsgefühl. Der Anteil der ansteckenderen Delta-Variante liegt laut dem Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin bei nunmehr 82 Prozent der positiven Befunde. 48,5 Prozent der Deutschen sind laut Bundesgesundheitsministerium vollständig geimpft. Der vollständige Schutz gilt als wichtig, um nicht schwer zu erkranken – bei nur einer Impfung kann Delta für Komplikationen sorgen. Laut Weltgesundheitsorganisation belegen zwei neue Studien aus Kanada und China die hohe Gefährlichkeit von Delta. Demnach sei das Risiko, ins Krankenhaus zu müssen, um 120 Prozent erhöht. Nach Frankreich und Israel hat auch Ungarn angekündigt, angesichts von Delta gefährdeten Gruppen eine dritte Impfung anzubieten.

Die EU-Behörde EMA gab unterdessen grünes Licht für den Einsatz des Vakzins von Moderna bei Kindern ab zwölf Jahren. Zuvor war die Zulassung bereits für Biontech erfolgt.

Derweil hat die Bundesregierung Spanien und die Niederlande zu Hochinzidenzgebieten erklärt. Damit gilt für Reiserückkehrer eine zehntägige Quarantänepflicht für alle, die nicht geimpft oder genesen sind.

Zum Artikel

Erstellt:
24. Juli 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juli 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2021, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen
Facebook Sport      Faceboook      Instagram      Twitter      Tagblatt-App