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Experte: Übernahme noch nicht in trockenen Tüchern - Großes Gerangel um Posten

Debatte um Zukunft von VW und Porsche

Nach dem Machtkampf zwischen Porsche und Volkswagen beginnt nun die Suche nach einer gemeinsamen Zukunft. Dabei gibt es noch einige ungeklärte Fragen. Zudem wird das VW-Gesetz neu diskutiert.

25.07.2009

Bis zur Volkswagen-Aufsichtsratssitzung am 13. August sollen erste Weichen für den neuen Autogiganten gestellt sein, der durch die Übernahme von Porsche als zehnte Marke in den VW-Konzern entstehen soll. Branchenbeobachter erklärten unterdessen, die Übernahme von Porsche sei für VW noch nicht in trockenen Tüchern. Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer meinte, die 87 500 Porsche-Vorzugsaktien könnten sich als größeres Hindernis erweisen. Die Vorzugaktionäre - zu über 50 Prozent institutionelle Anleger wie Aktienfonds, Banken und Versicherungen - würden benachteiligt, weil VW, anders als bisher Porsche, durch das gleichnamige Gesetz ein künstlich geschützter Konzern sei, bei dem die Ertragsfähigkeit und Profitabilität für die Aktionäre nicht an erster Stelle stünden. Am Donnerstag hatte die monatelange Auseinandersetzung um die Macht bei Porsche und VW geendet. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking nahm seinen Hut. Wiedekings Anwalt Jobst-Hubertus Bauer sagte gestern, der Ex-Porsche-Chef habe in den Verhandlungen mit dem Aufsichtsrat des Autobauers über sein Ausscheiden keine Abfindungsforderungen erhoben. Nach Darstellung des Anwalts hat der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Porsche Wiedeking im Vorfeld der Sitzung ein Abfindungsangebot von 140 Mio. EUR unterbreitet, dieses jedoch mangels Unterstützung im Gesamtaufsichtsrat zurückziehen müssen. Schließlich wurden Wiedeking 50 Mio. EUR zugesichert. Sein Nachfolger wurde Produktionsvorstand Michael Macht. Dieser ist jedoch nur ein einfacher Vorstand; wer Vorsitzender der Porsche Holding wird, sei noch unklar, heißt es in vertrauten Kreisen. Derzeit soll das Gerangel unter den restlichen Vorständen groß sein. Der neue Autogigant soll bis Mitte 2011 durch die schrittweise Beteiligung von VW an der Porsche AG und die abschließende Verschmelzung der Porsche Holding mit der Volkswagen AG entstehen. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) rechnet damit, dass das Emirat Katar in Zukunft 17 Prozent an Volkswagen halten wird. Katar wolle die Aktienoptionen, die Porsche an VW hält, erwerben. Bei der geplanten Übernahme von Porsche sehen Branchenexperten für Volkswagen viele Chancen. Die Autofachleute warnten aber auch vor zahlreichen Risiken für den neuen Auto-Giganten. VW baue zwar mit den ertragsstarken Stuttgartern seine Position im Luxuswagensegment deutlich aus und greife damit Daimler und BMW an. Der Wolfsburger Konzern müsse aber aufpassen, die Marke Porsche im Zuge der Integration nicht zu beschädigen. Außerdem dürfe sich VW finanziell nicht übernehmen. Unterdessen unternahmen der CDU-Europaabgeordnete Klaus-Heiner Lehne und FDP-Vizechef Rainer Brüderle einen neuen Anlauf zur Abschaffung des VW-Gesetzes, das Niedersachsen bei seinem Aktienanteil von 20 Prozent die Sperrminorität bei den Wolfsburgern sichert. Die Europäische Kommission müsse rasch Klage einreichen, forderte Lehne. "Es gibt keinen Grund, ein Unternehmen auf diese Weise zu privilegieren ", zitierte die "Berliner Zeitung " den Parteifreund des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff. Brüderle sagte dem "Tagesspiegel ": "Das VW-Gesetz ist nicht zeitgemäß, bleibt ein ordnungspolitischer Sündenfall und gehört endlich abgeschafft ". AP/dpa/eb

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25.07.2009, 12:00 Uhr
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