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Debakel für große Koalition
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Bundestagswahl 2017

Debakel für große Koalition

Die Union erzielt ihr schlechtestes Ergebnis seit mehr als 60 Jahren, die SPD sinkt auf ein historisches Tief. Der Einzug der AfD markiert eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik.

25.09.2017
  • IGOR STEINLE

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei der Bundestagswahl eine schwere Niederlage erlitten. Die Union bleibt stärkste Kraft, erzielt aber das schlechteste Ergebnis seit 1949. Großer Sieger ist die AfD, die drittstärkste Fraktion im Bundestag wird. Die SPD erleidet ebenfalls eine historische Wahlniederlage und kündigte den Gang in die Opposition an. Angela Merkel kann mit dem Ergebnis Kanzlerin bleiben, geht aber geschwächt in die nächste Amtszeit. Ohne die SPD ist nur noch eine schwarz-gelb-grüne Jamaika-Koalition möglich.

Die AfD kommt auf Anhieb auf ein Ergebnis von knapp 13 Prozent. Damit zieht seit 1957 erstmals wieder eine rechtsnationale Partei in den Bundestag ein, und zwar gleich als drittstärkste Kraft.

Auf einem Tiefpunkt angelangt ist hingegen die SPD. Mit rund 21 Prozent verzeichnet sie das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit. Martin Schulz will aber Parteichef bleiben. Für den Vorsitz der Bundestagsfraktion wird er heute wahrscheinlich Andrea Nahles empfehlen. In der „Berliner Runde“ griff Schulz Merkel scharf an. „Ich glaube, dass Frau Merkel einen Wahlkampf geführt hat, der skandalös war“, sagte Schulz am Sonntagabend. „Diese systematische Verweigerung von Politik hat ein Vakuum entstehen lassen, das die AfD teilweise geschickt gefüllt hat.“

Die FDP schafft nach vier Jahren mit rund zehn Prozent den Wiedereinzug in den Bundestag. Gleichzeitig könnten die Liberalen innerhalb einer Jamaika-Koalition gleich wieder Regierungsverantwortung übernehmen. FDP und Grüne zeigten sich gesprächsbereit. Mit neun Prozent stehen die Grünen einen halben Punkt besser da als vor vier Jahren da. Die Linke fährt das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte ein, verliert allerdings die Rolle der Oppositionsführerin.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigte sich zufrieden mit dem Wahlergebnis, drückte aber Besorgnis darüber aus, „dass Rechtspopulisten im Bundestag sitzen“. Zudem geht er davon aus, bei möglichen Koalitionsverhandlungen „als einziger grüner Ministerpräsident mit Regierungserfahrung“ mit am Tisch zu sitzen.

In Baden-Württemberg erlitten die Regierungsparteien ebenfalls Verluste. Mit rund 35 Prozent verliert die CDU 11 Punkte im Vergleich zu 2013, die Südwest-SPD büßt 4 Punkte ein und kommt auf 16 Prozent. Die AfD landet bei gut 12 Prozent der Stimmen, während FDP und Grüne zulegen auf 12 und 13 Prozent. Igor Steinle

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25.09.2017, 06:00 Uhr
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