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De l'ombre il y a

De l'ombre il y a

Ein Franzose, der in Kambodscha als Transvestit lebt, hilft einem einheimischen Mädchen bei der Suche nach seinen Angehörigen.

Frankreich

Regie: Nathan Nicholovitch
Mit: David D’Ingéo, Panna Nat, Viri Seng Samnang

- ab 0 Jahren

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21.10.2015
  • Dorothee Hermann

Der hochgewachsene Transvestit Mirinda (David D'Ingéo, Bild) ist im quirligen Phnom Penh eine auffallende Erscheinung. In der Hauptstadt Kambodschas bringt sich der Franzose mit Prostitution durch. Die drastische Einstiegssequenz lässt sich als derbe Travestie der einstigen kolonialen Herrschaftsverhältnisse verstehen.

Im intimen Raum seiner Wohnung zielt Mirinda auf den voyeuristischen Blick des Zuschauers und enthüllt viel seidenglatte Haut, aber auch Körperpartien, die wie plastiniert aussehen: Mit Schönheitsoperationen muss er sich für seinen Job präsentabel halten.

Als er in Leopardenbluse und schwarzem Minirock eine Ausstellung über die Opfer der Roten Khmer besucht, fühlt sich ein junger Tourist aus Kolumbien von ihm angezogen, wird aber von seiner irritierten Freundin rasch wegbeordert.

Nach dem Tod seines deutlich jüngeren Lebenspartners wandelt sich Mirinda ein weiteres Mal. Außer bei seiner Arbeit in der Bar mit Perücke präsentiert er sich fortan kahl geschoren wie ein mönchischer Asket oder ein Künstler. Wie aus dem Nichts nistet sich ein kleines Mädchen bei ihm ein, dessen Eltern es an beliebige Männer verkaufen. Das starre Gesicht des Kindes, wenn es aus einem der Hotelzimmer herauskommt, ist kaum zu ertragen.

Eine Metropole wie Phnom Penh erscheint als Tummelplatz für alle, die bestimmte Neigungen außerhalb lästiger Gesetze ausleben möchten. Aber auch als Ort für eine ungewöhnliche Beziehung: Der queere Mirinda wird zu einer Art Vaterfigur für das nahezu verstummte Mädchen. Der Film des 39-jährigen Independent-Regisseurs Nathan Nicholovitch läuft im Internationalen Wettbewerb.

Mit dem Körper bezahlen: Zwei Außenseiter geben einander wieder Leichtigkeit.

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21.10.2015, 12:00 Uhr | geändert: 09.11.2015, 12:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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