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Dax auf neuem Allzeithoch
Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse. Foto: dpa
Aktienindex

Dax auf neuem Allzeithoch

Gute Konjunktur und Niedrigzinsen treiben die Kurse hoch. Politische Risiken spielen keine Rolle.

05.10.2017
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Die Schwelle von 13 000 Punkten wurde gestern dann doch nicht überwunden, für einen neuen Rekord reichte es aber allemal. Mit 12 796 Punkten markierte der Deutsche Aktienindex (Dax) mit den 30 wichtigsten deutschen Aktien kurz nach Beginn des Handels einen neuen Höchststand in seiner 30jährigen Geschichte. Das Börsenbarometer übertraf damit den bisherigen Spitzenwert von 12 952 Punkten vom 20. Juni diesen Jahres.

Experten machen vor allem die wirtschaftlich gute Entwicklung in den USA, in Europa und auch in vielen Schwellenländern und die weiter guten Aussichten verantwortlich. Getrieben werden die Kurse auch von den niedrigen Zinsen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins weiter bei null und kauft noch bis mindestens Ende des Jahres Staats- und Unternehmensanleihen. Steigende Zinsen in Europa erwarten Volkswirte frühestens Ende 2018, eher aber 2019.

Befeuert wurden die Kurse gestern auch von der guten Börsenentwicklung an der Wall Street, der weltgrößten Börse. Von dort gebe es für den Dax deutlichen Rückenwind, sagt David Kohl, Chefvolkswirt beim Bankhaus Julius Bär. „Aber auch Europa sieht wirtschaftlich sehr gut aus und die Kreditnachfrage steigt.“ Die Voraussetzungen für noch höhere Aktienkurse seien da. Sehr gut sieht es auch im M-Dax und im S-Dax aus, in dem mittelgroße und kleinere Unternehmen gelistet sind. Auch hier wurden neue Höchststände erreicht.

Eine mögliche Abspaltung Kataloniens von Spanien spielt an der Börse derzeit ebenso wenig eine Rolle wie der Konflikt mit Nordkorea oder die latente Terrorgefahr. „Der Optimismus an der Börse ist groß“, glaubt Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Andere treten freilich auf die Euphorie-Bremse. „Die fetten Börsenjahre liegen hinter uns“, glaubt Frank Wenzel von Axa Investments. Die vom billigen Geld der Notenbanken getriebene „Liquiditätshausse“ neige sich dem Ende zu. „Es kann kaum verwundern, dass sich die Sorgen um Übertreibungen auf dem Börsenparkett mehren.“ Tobias Basse von Norddeutsche Landesbank sieht ein Risiko in der Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Sie hat bereits angekündigt, dass sie der Wirtschaft Liquidität entziehen wird, indem sie den Berg der von ihr gekauften Anleihen allmählich abbaut. Das dürfte die Rendite von US-Staatsanleihen beflügeln. Damit werden sie wieder eine Alternative zu Aktien.

Allerdings gilt das erst einmal nur für die USA. Hierzulande können sich vor allem die Lufthansa-Aktionäre über ein sattes Kursplus freuen. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs fast verdoppelt. Bei RWE sind es 65 Prozent, bei der Commerzbank fast 60 Prozent. Die Aktie von Pro Sieben Sat 1 ist mit einem Minus von 20 Prozent der größte Verlierer. Den größten Sprung unter den 100 wichtigsten Papieren machte in diesem Jahr bislang der Anlagenbauer Aixtron mit einem Plus von 270 Prozent. Die Biotec-Firma Evotec kommt auf fast 190 Prozent. Rolf Obertreis

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05.10.2017, 06:00 Uhr
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