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Konjunktur

Dauerhoch über der deutschen Wirtschaft

Aufschwung und kein Ende: Seit fünf Jahren hält das Wachstum schon an, und das wird nach Einschätzung der Experten mindestens bis 2019 so bleiben.

29.09.2017
  • DIETER KELLER

Berlin. Selbst langwierige Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition dürften die deutsche Konjunktur nicht bremsen, sind sich die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sicher. Die wirtschaftliche Lage sei „so gut wie lange nicht“, sagte Timo Wollmershäuser vom Münchner Ifo-Institut bei der Vorstellung ihres Herbstgutachtens in Berlin. Der Aufschwung ist jetzt schon im fünften Jahr, und es gibt weder Anzeichen für ein Ende noch für eine Überhitzung. Das zeigen auch andere Wirtschaftsdaten.

Wachstum Die Institute sind jetzt noch optimistischer als im Frühjahr: Sie rechnen dieses Jahr mit 1,9 Prozent Wirtschaftswachstum. Vor einem halben Jahr hatten sie nur 1,5 Prozent vorhergesagt. In diesem Tempo soll es weitergehen: 2018 rechnen sie mit 2 Prozent Plus, 2019 mit 1,8 Prozent. Getragen wird die positive Entwicklung nicht nur vom privaten Konsum, sondern auch von den privaten und staatlichen Investitionen sowie vom Export.

Stimmung Die Konsumlaune der Verbraucher ist weiter gut. Doch ihre Stimmung hat sich ein wenig eingetrübt, zeigt die monatliche Umfrage der Konsumforscher der GfK in Nürnberg. Durch die zuletzt leicht gestiegene Inflation hätten die Verbraucher das Gefühl, etwas weniger Geld in der Tasche zu haben. Vor allem die Einkommenserwartungen sind etwas rückläufig, was die GfK aber nach fünf Anstiegen in Folge für eine Normalisierung hält.

Preise Die Inflation zieht an: In diesem und im nächsten Jahr rechnen die Forschungsinstitute mit 1,7 Prozent. In den letzten drei Jahren hatte sie noch unter 1 Prozent gelegen.

Löhne Die Tariflöhne dürften in diesem Jahr wie schon 2016 im Schnitt um 2,1 Prozent steigen. Die tatsächlich gezahlten Stundenlöhne nehmen deutlich stärker zu, nämlich um fast 3 Prozent. Da wirkt sich der zunehmende Facharbeitermangel aus. Er dürfte auch in den nächsten Jahren anhalten. Zudem werden die Gewerkschaften in den kommenden Tarifverhandlungen wegen der steigenden Inflation wohl mehr verlangen. Die Forscher gehen davon aus, dass ein Plus von 3 Prozent problemlos zu verkraften wäre.

Arbeitsmarkt Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt weiter zu, allerdings nicht mehr so stark. In diesem Jahr rechnen die Institute mit einem Plus von 650 000 Arbeitnehmern, im nächsten mit 480 000. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt nicht so stark, weil mehr Frauen, Ältere und Ausländer beschäftigt sind: In diesem Jahr dürfte sie um 150 000 auf 2,5 Millionen im Jahresdurchschnitt sinken, in den beiden folgenden Jahren um jeweils 80 000.

Staat und Steuern Die Einnahmen sprudeln: Der Überschuss von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung dürfte von 28 Mrd. EUR in diesem Jahr auf 37 Mrd. EUR 2018 und auf 44 Mrd. EUR 2019 wachsen. Er ist nur zum kleineren Teil konjunkturbedingt. Daher sehen die Forscher einen Spielraum für Entlastungen um etwa 20 Mrd. EUR im Jahr. Sie empfehlen Veränderungen beim Einkommensteuertarif, Stichwort Mittelstandsbauch, aber auch bei den Sozialabgaben, die gerade Geringverdiener stark belasten. Insbesondere halten sie eine rasche Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung von 3 auf 2,7 Prozent für möglich. Dagegen warnen die Forscher, zusätzliche Konsumausgaben des Staates einzuführen.

Risiken Noch wirkt sich der demografische Wandel nicht allzu heftig aus. Doch das dürfte sich schon bald ändern. Daher fällt wohl das Wirtschaftswachstum, das derzeit ein „Zwischenhoch“ erlebt, im nächsten Jahrzehnt deutlich niedriger aus. Gleichzeitig verschlechtert sich die finanzielle Situation insbesondere der gesetzlichen Rentenversicherung mittel- bis langfristig spürbar.

Institute Die Gemeinschaftsdiagnose wird zweimal im Jahr vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin, vom Ifo-Institut in München, vom Institut für Weltwirtschaft Kiel, vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle und vom RWI-Wirtschaftsforschungsinstitut in Essen im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt.

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29.09.2017, 06:00 Uhr
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