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Ein kleiner Wegweiser durch den Frankfurter Buchmesse-Dschungel

Datenschutz und Gänsehaut: Hier finden Sie die dort vertretenen Verlage aus der Region

Wenn am heutigen Dienstag die Frankfurter Buchmesse eröffnet wird, sind auch wieder einige Buch-Macher aus der Region vor Ort. Ein kleiner Messe-Führer soll an dieser Stelle allen lokal-literarisch gesinnten Besuchern helfen, sich dort besser zurechtzufinden, um im allgemeinen Gedränge und Gewühle die regionalen Messestände aufzuspüren.

13.10.2015

Frankfurt. Nahezu 172 000 Quadratmeter, verteilt auf fünf Messehallen und 13 Hallenebenen, und das Freigelände drumherum: Hier kann man sich schon gehörig verlaufen. Spätestens nach drei, vier Stunden auf den Beinen beginnt es drunten in den Fußsohlen zu kribbeln oder in der Waden darüber zu zwicken. Und der Kopf verlangt nach einer Verschnaufpause.

Und all diese bekannten Gesichter. Pflügt sich da drüben nicht Mario Adorf durch die Massen, leuchten da nicht die Ohren von Grandmaster Denis Scheck? Und da hinten, im größten Trubel, ist das nicht, holla, Ken Follett? Würde es nicht lohnen, geschwind Clemens J. Setz auf die Tübinger Poetikdozentur anzusprechen? Oder den Ex-Zimmertheatraliker Dominique Horwitz auf seinen ersten Krimi? (Spielt leider in Weimar statt in Tübingen.) Zieht‘s einen nun mehr zu Daniela Katzenberger („Eine Tussy wird Mama“) oder eher zu Ruth Westheimer („Lebe mit Lust und Liebe“)? Und Hilfe, wie komme ich hier wieder raus?

7100 Aussteller aus über 100 Ländern, gut 4000 Veranstaltungen. rund 270 000 Besucher und davon 9300 akkreditierte Journalisten, die erwartet werden – Frankfurt ist wieder Schauplatz der größten Fachmesse fürs internationale Publishing. Deshalb hier erst einmal ein paar Punkte, die zu klären wären:

Wer darf da hin? Im Grunde jeder und jede, nicht aber zu jeder Zeit. Die Messe wird heute eröffnet und dauert dann von Mittwoch bis Sonntag, wobei die ersten drei Tage (also einschließlich Freitag) dem sogenannten Fachpublikum vorbehalten bleiben. Das sind sämtliche Leute, die sich „professionell mit der Weiterentwicklung, der Produktion, dem Vertrieb und der Vermittlung von gedruckten und elektronischen Medien und der Kunst befassen“, wie es heißt. Also Verleger, Buchhändler, Bibliothekare, Autoren, Lektoren, Illustratoren, Übersetzer, Agenten, aber auch Lehrer, Erzieher, Professoren, Studenten, Wissenschaftler, Einkäufer, Digitalisierungsexperten und all diejenigen, die einem entsprechenden Verband angehören.

Das sind schon mal ziemlich viele. Am Wochenende kommen alle anderen dazu, nämlich die Privatbesucher. Am Sonntag schließt die Messe bereits um 17.30 Uhr, an allen anderen Tagen hat sie von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet.

Was kostet das? Der Eintritt für Fachbesucher kostet zwischen 490 Euro (Businesscard, all inclusive) und 30 Euro (azubi- und studenten-ermäßigt). Das Gros dieser Besucher zahlt an der Kasse wohl die 60 Euro für die Tages- oder 112 Euro für die Dauerkarte. Es gibt Spezialrabatte, zum Beispiel für Bibliothekare und Buchhändler. – Die Tageskarte für Privatbesucher kostet 18 Euro, für beide Wochenend-Tage 26 Euro. Auch hier gibt‘s einige Ermäßigungen. Kinder unter sechs Jahren, Rollstuhlfahrer und Behinderte haben ebenso freien Eintritt wie erstmals Asylbewerber.

Wo finde ich was? Im Internet gibt‘s mit www.buchmesse.de unter „Kataloge“ Basisinformationen zu den Unternehmen und Personen. Vor Ort kann man sich an Info-Ständen kundig machen. Achtung: Die Buchmesse ist keine Verkaufsmesse, so gerne man das eine oder andere Exemplar gleich einsacken (und womöglich sogar bezahlen) möchte. Erst am Messe-Sonntag, also am 18. Oktober, dürfen alle ausstellenden Verlage ihre Bücher zum Ladenpreis verkaufen. Mit einer Buchhandels-App lassen sich begehrte Bücher aber vorher schon umgehend in die heimische Buchhandlung (oft gleich mit Anlieferung) ordern.

Wo finde ich speziell die Tübinger, Reutlinger oder Mössinger Stände? Insgesamt sind 14 Tübinger, drei Reutlinger und ein Mössinger Unternehmen auf der diesjährigen Messe vertreten. Wer sie alle abklappern möchte, dem sei folgender Parcours empfohlen:

Beginn in Halle 3.1 – Im ersten Stock der Halle 3.1 ist in der Gasse J am Stand 19 der Reutlinger Oertel+ Spörer Verlag zu finden. Um die Ecke, bei J24, die Reutlinger Edition Seeigel (siehe den Beitrag rechts unten).

In Halle 3.1, Gasse G am Stand 23, wirbt die Tübinger Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (dgvt) für ihre Sache. Im vereinseigenen Verlag erscheinen Publikationen aus Wissenschaft und psychosozialer Praxis. In diesem Jahr locken zwei Titel: die zweite, überarbeitete Auflage von „Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie der Depression – Ein neuer Ansatz zur Rückfallprävention“ und der zweite Band der „Psychotherapeutischen Schätze“, in dem 40 Fachleute ihren reichen Erfahrungsschatz in 130 praktischen Übungen und Methoden weitergeben.

Ebenfalls in Reihe G, am Stand 98: Der sprach- und literaturwissenschaftliche Gunter Narr Verlag mit Sitz in Tübingen-Hirschau umfasst mit dem Francke- und dem Attempto-Verlag ein kleines Imperium. Aus dem wiederum recht umfangreichen Herbstprogramm soll hier ein besonderes Highlight hervorgehoben werden: Arno Hellers reich bebilderte Erkundung zentraler Gedächtnisorte in Neuengland. Ein Blick auf die Keimzelle des amerikanischen Traums („Wo sich Amerika erfand“).

Stark kultur-, sprach- und geisteswissenschaftlich ausgerichtet ist auch der Stauffenburg Verlag in Halle 3.1 G 131, der zum diesjährigen Messeschwerpunkt Indonesien das seit langem bewährte, allgemein hoch gelobte Lehrwerk „Indonesisch für Deutsche“ präsentiert. „Ein besonderes Anliegen“, so Stauffenburg-Chefin Brigitte Narr, sei außerdem, das Verlagsprogramm im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ weiter auszubauen. „Denn ohne Kenntnis der deutschen Sprache werden es Flüchtlinge schwer haben, hier Arbeit zu finden und integriert zu werden. Ich denke, dass dies ein wichtiger Beitrag ist, Flüchtlingen zu helfen.“

Der Mössinger Talheimer Verlag auf 3.1/A106 legt für diesen Bücherherbst einen Sammelband zu Krieg in Kunst, Literatur und Wissenschaft vor: „Das Denken der Zukunft muss Kriege unmöglich machen“. Am Samstag, 17. Oktober wird darüber hinaus am Talheimer Verlagsstand um 11 Uhr aus Karola Blochs Briefen an Jürgen Teller gelesen.

Der Tübinger Klöpfer & Meyer Verlag ist gleich an zwei Orten zu finden. In Halle 3.1 beteiligt er sich in der Via V 2 an der Kalendergaleria, doch sein eigentlicher Stand ist erstmals der Halle 4.1 (F56), wo sich zahlreiche Hausautoren ein Stelldichein geben. Das neue PEN-Autorenlexikon, ein zweifellos notwendiges Nachschlagwerk und (laut Verlag) „eine einzigartige Informationsquelle“, wird dabei sowohl beim Verlag (also Klöpfer & Meyer) als auch beim PEN Zentrum Deutschland (Halle 4.1 D92) präsentiert.

Auch der Bebenhäuser Regionalia-Experte Silberburg Verlag hat sich von Halle 3.1 in Halle 4.1 begeben. Dort, in Gasse E am Stand 70, erscheint der einzige auf Baden-Württemberg spezialisierte Landeskunde-Verlag mit einem Packen „Werbung“ für Tübingen und die Schwäbische Alb bereits zum 30. Mal auf der Messe.

Vom Stadt-Spaziergangsführer (zusammen mit dem Verlag Schwäbisches Tagblatt herausgegeben) über drei Tübingen- und Schönbuchkrimis, mehrere Alb-Sachbücher bis hin zum brandneuen Wimmelbuch Schwäbische Alb: Unter den 70 diesjährigen Titeln zum Land ist einer der Clous im neuen Programm das Buch „Heimspiele in Baden-Württemberg“ – wahre Geschichten, die das Fußball-Leben geschrieben hat: ein Blick hinter die Kulissen.

Der Hagellocher Claudia Gehrke Verlag richtet sich in Halle 4.1 an Stand D77 ein. Man darf besonders auf die erotische Verlagsrevue „Love Bites“ gespannt sein, für die Verlegerin Gehrke eigens zwei Burlesque-Tänzerinnen engagiert hat. Gefeiert wird eine Jubiläumsausgabe: 30 Jahre „Mein heimliches Auge“. Außerdem gibt es Autorinnen-Lesungen, darunter eine „Liebesleben“- und eine „Gänsehaut“-Lesung.

Der Kunstverlag Ernst Wasmuth (4.1, K90) stellt in Frankfurt die auch hierzulande bedeutsamen prachtvollen Architektenbände über Paul Bonatz, Theodor Fischer und Martin Elsaesser vor. Außerdem Lotte Reinigers „Filmstills“ (dazu demnächst mehr) und einen neuen Leitfaden zur japanischen Wabi-Sabi-Teekultur. Außerdem in Halle 4.1, auf der Antiquariatsmeile Q2: Heckenhauer vom Tübinger Holzmarkt.

Der renommierte Tübinger Wissenschaftverlag Mohr Siebeck hat seinen Stand im zweiten Stock der Halle 4.2 (K26). Aus seinen Titeln willkürlich herausgegriffen: ein aufklärendes Buch, verfasst vom früheren Datenschutz-Bundesbeauftragten Hans Peter Bull, über „Sinn und Unsinn des Datenschutzes“. Unweit davon, auf 4.2/J 75, stellt Dr. Wilhelm Ott seine TDV-Software vor, eine spezielle digitale Skriptsprache. Daneben, auf J 73, befindet sich die Tübinger Firma Pagina Publikationstechnologien. Das Scan-Unternehmen Zeutschel, das wir neulich im Tagblatt vorgestellt haben, ist unter M70 zu finden. Und auf N24 stell sich der Reutlinger Berufsverband Information Bibliothek dar.

Ach ja, auch eine internationale Literaturagentin aus Tübingen ist mit eigenem Auftritt vertreten: Manuela Kerkhoff – in Halle 5.1, Gemeinschaftsstand E64. In Halle 3.1 erklärt an Stand B34 am kommenden Freitag um 15 Uhr der Tübinger Diplom-Pädagoge und Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts SOWIT, Reinhard Winter, wie ein harmonisches Familienleben funktionieren könnte. Und last not least: Osiander schickt wieder einen komfortablen Reisebus zur Buchmesse, Abfahrt ist am 17. Oktober um 7 Uhr ab Busbahnhof Europaplatz. Inklusive Messe-Eintritt kostet das 45 Euro., etwa um 10 Uhr ist man dort, und um 18.15 geht’s zurück nach Tübingen.Wilhelm Triebold

Info Siehe auch die mehrseitige Literaturbeilage zur Frankfurter Buchmesse im zweiten Bündel dieser Zeitung.

Datenschutz und Gänsehaut: Hier finden Sie die dort vertretenen Verlage aus der Region
Alles passt – das Logo sitzt gerade, es kann losgehen.Archivbilder: Buchmesse

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Mit wehenden Fahnen fürs internationale Publishing.

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13.10.2015, 12:00 Uhr
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