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Das zweite Leben der Traditionsmarken
Telefunken hat das Fernsehen mitentwickelt. Hier ein Plakat von 1967. Foto: Foto
Unternehmen

Das zweite Leben der Traditionsmarken

Nach der Pleite von Telefunken, Grundig und Co. verdienen andere mit den großen Namen Geld.

02.09.2017
  • DPA

Berlin. Die moderne Unterhaltungselektronik wurde maßgeblich von Unternehmen aus Deutschland mitbegründet. Diese Firmen sind fast alle schon vor Jahren untergegangen. Doch für manche gestrauchelte Traditionsmarke gibt es ein erfolgreiches Leben nach der Insolvenz.

Ingenieure von Telefunken haben in den sechziger Jahren das Farbfernsehen wesentlich mitentwickelt. Dem Team um Telefunken-Veteran Walter Bruch gelang es damals, PAL als dritten Weltstandard für das Farbfernsehen zu etablieren. Doch ausgerechnet mit dem Farbfernseher begann der Abstieg der deutschen Traditionsmarke. Es fehlte das Kapital und das unternehmerische Geschick, um mit aufsteigenden Marken aus Asien, zum Beispiel Sony, mitzuhalten.

Auch eine Fusion 1967 mit dem Elektroriesen AEG konnte nicht verhindern, dass Telefunken den Trend verpasste, den damals japanische Konzerne wie Sony vorgaben. In den achtziger Jahren wurde die Telefunken AG fast vollständig zerschlagen. Die Markenrechte landeten über den AEG-Konzern kaum mehr beachtet bei der Daimler AG.

2007 kaufte der Investor Hemjö Klein die Markenrechte für einen zweistelligen Millionenbetrag. Danach erschienen in den Elektrofachmärkten dann wieder Produkte unter der Marke Telefunken. Allerdings gibt es kein zentrales „Telefunken-Werk“ mehr, sondern ein Lizenzgeschäft mit ganz unterschiedlichen Partnern. Sie profitieren von der immer noch erstaunlich hohen Bekanntheit der Marke „Telefunken“.

Neben Telefunken gibt es eine lange Reihe von Elektronikunternehmen aus Deutschland, die einst weltweit Akzente gesetzt haben, dann aber in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. So beantragte beispielsweise Loewe im Herbst 2013 Insolvenz in Eigenverwaltung und gehört inzwischen der deutschen Investorengruppe Stargate.

Das fränkische Unternehmen Metz, das seit den Fünfzigerjahren Fernseher produziert hat, ging 2014 insolvent und landete dann beim chinesischen TV-Hersteller Skyworth. Während Metz weiterhin im fränkischen Zirndorf TV-Geräte baut, hat sich der einstige Elektronikriese Grundig komplett aus Franken verabschiedet. Das 1946 gegründete Nürnberger Traditionsunternehmen rutschte nach einem jahrelangen Niedergang im Jahr 2003 in Insolvenz und wurde zerschlagen. Auch hier überlebte immerhin der Markenname. Seit 2007 gehört Grundig zur türkischen Holding Koç, die mehrheitlich den Haushaltsgeräte-Hersteller Arçelic hält. In Nürnberg hatten einst bis zu 39 000 Menschen für Grundig gearbeitet.

Auf der Ifa erlebt eine weitere Kultmarke ihre Wiederauferstehung. Die Firma TechniSat aus Daun in der Eifel haucht Nordmende neues Leben ein. Nordmende, 1923 in Dresden gegründet, war einer der führenden deutschen Hersteller von Radios, Fernsehern, Tonbandgeräten und Plattenspielern. Nach einem Verkauf an den französischen Staatskonzern Thomson-Brandt gingen in den Achtzigerjahren im Werk in Bremen die Lichter aus. dpa

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02.09.2017, 06:00 Uhr
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