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Ganz Unten

Das kleine Wunder aus dem Rückspiegel

Das neue Haustier wohnt, so hat eine genauere Beobachtung ergeben, im linken Auto-Außenspiegel. Dort hinein, über den oberen Rand der Spiegelfläche, ist der kleine, unverdrossene Mitbewohner nämlich gekrochen. Bei Tempo 30.

23.08.2016

Bei dieser Geschwindigkeit hatte sich das Chaos, das die kleine Hausspinne als Blinder Passagier noch kurz zuvor über mehrere Minuten lang erlebt hatte, gelegt. Offenbar war der achtbeinige Krabbler, dessen genauere Spezifikation während der Fahrt ebenso wenig möglich war wie nach dessen Rückkehr ins schützende Spiegelgehäuse, zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt aus selbigem herausgekrabbelt.

Wann genau lässt sich nicht mehr sagen. Denn während das Nacht für Nacht offenbar stetig wieder instandgesetzte Spinnennetz durchaus aufgefallen war, ließ sich dessen Erbauer erst ein einziges Mal blicken. Gesichtet bei Tempo 50 in der Ortsdurchfahrt. Und schon diese Geschwindigkeit genügte, um den kleinen, im Netz sitzenden Mitbewohner derart durchzuschütteln, dass einem schon beim Hinsehen schwindelig werden konnte.

Genessen an der geschätzten Körpergröße – kaum mehr als fünf Millimeter – war die Amplitude gewaltig. Rechts und links zappelte der Körper des Achtbeiners wohl mindestens drei bis vier Zentimeter hin und her (zusammen also sechs bis acht Zentimeter), hinzu kamen ähnliche Ausschläge nach oben und unten. Hochgerechnet auf den menschlichen Körper wären das rund 15 Meter Bungee-artige Ausschläge. Und dies dazu noch in einer Häufigkeit, die einem den Atem stocken lässt. X-mal pro Sekunde schwang der Körper hin und her, hoch und runter, und die Wucht und die Frequenz dieser Ausschläge nahmen bei höherem Tempo natürlich gefühlt extrem zu.

Wenn man so etwas einmal bewusst beobachtet, dann kann man vor dem unscheinbaren Tierchen nur ehrfurchtsvoll den Hut ziehen. Nur ein Bruchteil einer solchen Belastung würde den menschlichen Körper wohl zertrümmern, und allein schon eine solche Haltekraft könnte der Homo sapiens nicht im Ansatz entwickeln. Außerdem war diese Netzbau-Kunst zu bewundern: Das Spinnchen verankerte sein vielfädiges Nahrungsbeschaffungsinstrument so sorgsam, dass noch nicht einmal das Einklappen der Seitenspiegel im Park-Modus das Netz zerstörte.

Bei so viel natürlichem Wunder im Kleinen stand relativ schnell fest: Dieser tierische Mitbewohner darf bleiben. Tiere töten ist an sich ja tabu, aber allein schon aus Respekt hat diese kleine Spinne Aufenthaltsrecht im linken Außenspiegel so lange sie dort bleiben möchte.Gerd Braun

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23.08.2016, 01:00 Uhr
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