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Neuerungen und Lehrermangel

Das bringt das neue Schuljahr

Für rund 1,5 Millionen baden-württembergische Schüler enden heute die Sommerferien. Auf die Kinder und Jugendlichen kommen einige Neuerungen zu. Ein altes Problem bleibt: Es gibt zu wenig Lehrer.

11.09.2017
  • AXEL HABERMEHL

Stuttgart. Das große Thema steht fest, wenn heute das neue Schuljahr beginnt: Lehrermangel. Das Kultusministerium konnte hunderte Stellen noch nicht besetzen. Doch jenseits dieses Aufregers stehen kleinere und größere Veränderungen und Neuerungen an. Ein Überblick:

Grundschulen: Die Kinder sollen in Grundfähigkeiten gestärkt werden. Deshalb steht für Drittklässler ab diesem Jahr eine Wochenstunde mehr zur Verfügung: für Deutsch oder Mathematik. Dafür wurden 160 Deputate bereitgestellt. „Qualität braucht Lernzeit in den Schlüsselkompetenzen“, sagt Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Voraussetzung ist natürlich, dass Lehrer zur Verfügung stehen. An Grundschulen, besonders in einigen ländlichen Regionen, ist die Personalsituation besonders eng. Dort gibt es auch viele kleine Grundschulen, landesweit gut 800 mit weniger als 100 Schülern. Schließen will Eisenmann keine, am Grundsatz „Kurze Beine, kurze Wege“ werde nicht gerüttelt. Jedoch werden bisweilen Klassen zusammengelegt und der „Klassenteiler“, die Zahl der Schüler pro Klasse, erhöht – laut Eisenmann aber „nur in einigen Einzelfällen“.

Realschulen: Hier sind viele Klassen besonders unterschiedlich zusammengesetzt. Eisenmann betont schon lange, dass sie die Realschulen für den Umgang mit dieser „Heterogenität“ stärken will und hat ein entsprechendes Konzept vorgelegt. Dazu gehören zum neuen Schuljahr mehr sogenannte Poolstunden, in denen Grundlagen vertieft geübt werden sollen. Das Kultusministerium hat die Zahl der Poolstunden von acht auf 13 Stunden je Zug erhöht.

Fächer: An den 7. Klassen der Gymnasien gibt es ein neues Pflichtfach: Informatik . Es wird pro Woche eine Stunde unterrichtet. Das Fach soll laut Kultusministerium „vertiefende Kompetenzen – beispielsweise zur Kodierung von Daten, Sicherheit und Datenschutz – sowie ein Verständnis von Algorithmen vermitteln“. Ab nächstem Schuljahr soll dieser Aufbaukurs auch an den 7. Klassen der Haupt- und Werkrealschulen, Real- und Gemeinschaftsschulen starten.

Umgekehrt läuft das Fach Wirtschaft jetzt erst einmal in den 7. Klassen aller weiterführenden Schulen außer den Gymnasien an. Dort startet es dann nächstes Jahr, in den 8. Klassen. Für den Unterricht des Fachs, dessen Einführung im Bildungsplan vergangenes Jahr versprochen wurde, gab es berufsbegleitende Lehrer-Fortbildungen, etwa für Gemeinschaftskunde-Lehrer. Behandelt werden sollen wirtschaftliche Grundlagen, es geht aber auch um Berufs- und Studienwahl.

Digitalisierung: Der große Wurf bleibt weiter aus. Wer wann welche Technik für die Digitalisierung der Schulen bezahlt – in Baden-Württemberg rechnet der Städtetag immerhin mit einem Erstbedarf von 1,8 Milliarden Euro – ist unklar. In den Praxistest aber geht bis Jahresende eine landesweite „digitale Bildungsplattform“. Über sie sollen Schüler und Lehrer „Basisdienste zur Kommunikation und Kooperation“ bekommen. Das Land finanziert den Aufbau mit 8,7 Millionen Euro. Im Schuljahr 2019/20 soll die Plattform in den Regelbetrieb gehen. Alle Lehrkräfte bekommen außerdem eine dienstliche E-Mail-Adresse.

Ganztagsschule: „Im neuen Schuljahr beginnen weitere 57 Schulen im Land mit dem schulgesetzlich verankerten Ganztagskonzept“, teilt das Ministerium mit. Damit gibt es ab Herbst insgesamt 440 „echte“ Ganztagsschulen. Das Land hat hier im Bundesvergleich einigen Nachholbedarf. Für den Ausbau der Ganztagsgrundschulen plant das Land für die Jahre 2018 und 2019 zusätzlich jeweils 50 Deputate ein. Offen ist, wie das Land künftig Betreuungsangebote bezuschusst, die etwa Kommunen anbieten, ohne dass ein umfassendes didaktisches Ganztagskonzept dahinter steht.

Inklusion: Der Ausbau des gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne Behinderung an den Regelschulen geht weiter. „Wir setzen das genauso um, wie es der Landtag und das Kabinett beschlossen haben“, sagt Eisenmann. Für die Inklusion stehen im neuen Schuljahr 160 neue Lehrerstellen zur Verfügung, doch die wollen erst einmal besetzt sein. An den hier besonders dringend benötigten Sonderpädagogen herrscht große Knappheit.

Genutzt wird das Angebot von etwa einem Viertel der Berechtigten. Rund 25 Prozent der Eltern von Kindern mit einem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot entscheidet sich für eine inklusive Beschulung, 75 Prozent der Erziehungsberechtigten wählen hingegen ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum.

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11.09.2017, 06:00 Uhr
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