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Das brandneue Testament

Das brandneue Testament

Schräge Komödie mit Benoît Poelvoorde als Gott, der die Menschen nach Lust und Laune quält.

Gott ist ein Stinkstiefel: Das brandneue Testament

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Le tout nouveau testament
Belgien 2015

Regie: Jaco van Dormael
Mit: Pili Groyne, Benoît Poelvoorde, Marco Lorenzini

115 Min. - ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten

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03.01.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Vater unser im Himmel? So ein Schmarrn! Im Film des Belgiers Jaco Van Dormael („Toto der Held“) residiert Gott in Brüssel und ist, mit Verlaub, ein Arschloch. Seine Frau und seine kleine Tochter, von denen die Allgemeinheit wohlweislich nichts weiß, behandelt er wie den letzten Dreck; sein Sohn hat sich deswegen schon vor 2000 Jahren aus dem Staub gemacht. Mehr noch bekommen die gewöhnlichen Menschen die ewig schlechte Laune des Tyrannen zu spüren. Um ihnen das Leben schon auf Erden zur Hölle zu machen, heckt er ständig Plagen aus oder ersinnt fiese Gebote: etwa, dass das Brot grundsätzlich auf die Marmeladenseite fällt. Bis Töchterchen Ea eines Tages der Kragen platzt und sie aus Rache jedem Menschen übers Handy sein genaues Todesdatum mitteilt – mit der fatalen Folge, dass fortan keiner mehr an den alten Herrn glaubt.

Diese erste halbe Stunde des Films ist brillant: Religionssatire vom Feinsten, die einen Vergleich mit dem „Leben des Brian“ nicht zu scheuen braucht. Wie Gott an der Modelleisenbahn mit breitem Grinsen verherende Katastrophen simuliert, ist nur eine von vielen grandiosen Szenen, die Gläubige zum Schaudern bringen dürfte.

Die zweite Hälfte fällt dagegen ab: Aus nicht ganz ersichtlichen Gründen mischt sich Ea unter die Menschen, um unter den Mühseligen und Beladenen sechs Apostel zu rekrutieren. Das erinnert von Ferne an „Amélie“, gerät aber arg süßlich und ist auf Dauer langatmig – da helfen weder die surreal märchenhaften Bilder noch Catherine Deneuve, die, um sich von ihrem schäbigen Ehemann zu emanzipieren, mit einem Gorilla im Bett fläzt.

Zum Glück heftet sich Gott an die Fersen seiner ungehorsamen Tochter – und muss nun in Brüssels Problemvierteln seine eigenen Sauereien ausbaden. Das verschafft erheblich mehr Befriedigung, als Eas lauer Feldzug für die Nächstenliebe.

Allmächtigen-Bashing vom Feinsten. Den süßlichen Rest muss man absitzen.

Spielplan

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03.01.2016, 11:11 Uhr
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20.12.2015

15:14 Uhr

Elli Emann schrieb:

Der Film nimmt den "Kinderglauben" an einen Gott, der irgendwo residiert, die Fäden zieht und für alles Unglück dieser Welt verantwortlich ist, gekonnt auf die Schippe. Jeder Mensch hat sein eigenes "Testament", jeder seine Musik im Herzen, und darauf sollte jeder hören. Das kommt sehr schön rüber, ein passender Film zu Weihnachten. Ein bisschen Schmus schadet dabei nicht.



10.12.2015

18:31 Uhr

Klex schrieb:

Die Religions- und Gesellschaftskritik ist ein bisschen angestaubt (das ,,Leben des Brian" ist immerhin 36 Jahre alt, das müsste man schon toppen) und auch die Apostelgeschichten sind nicht gerade originell, obwohl genau das der Film furchtbar gern sein möchte. Nur der Schluss ist so sympathisch und unterhaltsam, dass man immerhin 3. Sterne geben kann. Dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis dennoch besser ist als bei allen 4 ,,Tributen von Panem" versteht sich von selbst.



 
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