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Kultur

Das Theaterhaus ist wieder in der Spur

Die Einrichtung auf dem Pragsattel lässt die Finanzprobleme hinter sich und plant einen Erweiterungsbau.

28.01.2020

Von CAROLINE HOLOWIECKI

So soll der neue Erweiterungsbau aussehen. Foto: pfp architekten

Stuttgart. 2020 beginnt fürs Theaterhaus, wie 2019 geendet ist: gut. „Ich bin erleichtert“, sagt der Leiter Werner Schretzmeier. Im Dezember haben Stadt und Land ein Sanierungsprogramm für die in Finanznot geratene Kulturstätte beschlossen. Der Gemeinderat hat eine Erhöhung der laufenden Zuwendung um 400 000 Euro in diesem Jahr und um 585 000 Euro ab 2021 bewilligt. Somit gibt die Stadt heuer mehr als 2,4 Millionen, ab 2021 mehr als 2,6 Millionen Euro.

Auch das Land hat für dieses und kommendes Jahr eine Aufstockung um 300 000 auf mehr als 1,2 Million Euro in Aussicht gestellt. Zudem gab es 2019 einmalig knapp 730 000 Euro, um ein akutes Loch zu stopfen.

Wie ist es so weit gekommen? Werner Schretzmeier macht einen „katastrophalen Sommer 2018“ und das Ausscheiden eines Großsponsors verantwortlich, zudem müsse die Kulturstätte auf dem Pragsattel einen überproportional großen Teil seines Etats selbst erwirtschaften. „Wir standen mit dem Rücken zur Wand“, sagt er. Nun kommt die Finanzspritze. Umsonst gibt es sie aber nicht. Das Sanierungskonzept sieht strukturelle Veränderungen vor. Unter anderem soll ein Aufsichtsrat mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Landes eingerichtet werden. Weitere Vorgaben: Ausgaben reduzieren, Einnahmen erhöhen, ein Risikomanagement und Risikorücklagen bilden.

Zudem investiert die Stadt kräftig ins Theaterhaus. Als Ergebnis eines Architektenwettbewerbs wurde jüngst der Siegerentwurf für einen Anbau präsentiert. Auf 5800 Quadratmetern soll in mehreren kubischen Elementen zum einen die Halle T5 mit 600 Zuschauerplätzen unterkommen, die in erster Linie als Tanzsaal für die Gauthier Dance Company dienen soll, zudem ein kleinerer Raum mit 150 Plätzen für die Freie Tanz- und Theaterszene. Auch Büros, Werkstätten, Proberäume sowie eine Tiefgarage sind vorgesehen. Der Gemeinderat hat rund 40 Millionen Euro dafür genehmigt. 2022 soll Baustart, 2025 könnte Eröffnung sein.

Laut Werner Schretzmeier ist der Neubau nicht nur ästhetisch und klug, sondern notwendig, um vor allem der Gauthier Dance Company dauerhaft eine sichere Basis zu bieten. Deren Probezentrum befindet sich in einem angemieteten Gebäude, das soll allerdings langfristig abgerissen werden. Ohnehin platzt das Theaterhaus trotz vier parallel bespielbarer Hallen längst aus allen Nähten. Rund 900 Veranstaltungen werden pro Jahr auf dem Pragsattel in Stuttgart-Nord ausgerichtet. Etwa 300 000 Karten werden dafür verkauft, zudem halten sich dort bei anderen Events rund 50 000 Besucher pro Jahr auf. Caroline Holowiecki

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Erstellt:
28. Januar 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Januar 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 06:00 Uhr

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