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Damenwahl ist der Renner

Das Tanzcafé an der Wurmlinger Uhlandhalle hat ein enorm großes Einzugsgebiet

Weit und breit das einzige Tanzlokal mit Restaurant liegt am Fuße der Wurmlinger Kapelle. In diesem Mai feiert das „Uhland-Tanzcafé und -Restaurant“ bereits sein dreißigjähriges Bestehen.

27.05.2010

Von werner bauknecht

Rottenburg. „Wir holen das Fest noch nach“, sagt Walter Stricker, der aus Österreich stammende Betreiber des Lokals. Gelernter Koch und Konditor ist er, vom „Ochsen“ in Riederich kam er mit seiner Frau Karin, der gebürtigen Metzingerin, nach Wurmlingen.

Die Not machte erfinderisch

„Uns hat man gesagt“, erzählt Stricker, „dass man aus dem Uhland ein Ausflugslokal mit Café machen will, plötzlich hatten wir ein Restaurant zu betreiben.“ Anfangs hatten sie viele Hochzeiten auszurichten, auch Veranstaltungen in der großen Festhalle, die sie ebenfalls mitbetrieben. Aber im Winter war das Lokal leer. „Not macht erfinderisch“, sagt Karin Stricker und erzählt, wie sie auf die Idee mit dem Tanzlokal kamen. „Unser Koch hatte ein Akkordeon, auf dem er immer in der Mittagspause spielte. Eines Tages spielte er wieder, ein älteres Ehepaar stand auf und begann zu tanzen.“ Damit war die Idee zum Tanzlokal geboren.

Fünf Tage in der Woche hat das „Uhland-Café“ geöffnet. Jeder Tag steht unter einem anderen Motto, und stets spielt eine Live-Band zum Tanz auf. Jeweils zwei Wochen werden die Bands engagiert, dann kommt die nächste.

Die Ladies? Night als stärkster Tag

Montags ab 19 Uhr ist „Ladies? Night“, die Damen fordern zum Tanz. Schon um halb sieben kommen die ersten Gäste, während Walter Stricker vor dem Eingang noch den Grill anwirft. Alle Frauen haben freien Eintritt, und jede erhält zur Begrüßung eine Rose. „Der Montag ist unser stärkster Tag“, sagt Stricker, „da kommen auch oft die, die am Wochenende arbeiten mussten und jetzt noch etwas Spaß haben wollen.“

Das Lokal lebt von den Stammgästen, auf 90 Prozent schätzt Stricker ihren Anteil. Es gibt sogar Gäste, die tatsächlich schon 30 Jahre, also vom ersten Tag an, zum Tanzen kommen. Da ist zum Beispiel Herbert, der schon immer am gleichen Tisch sitzt, zusammen mit seiner Freundin, und der jetzt auch schon über 80 Jahre alt ist. „Solange ich noch tanzen kann“, sagt er, „komme ich auch her.“ Walter Stricker weiß auch von 70-Jährigen zu berichten, die noch locker beim Freestyle mitmachen. Das sind aber die Ausnahmen, der Altersdurchschnitt der Besucher ist eher zwischen 30 und 60 Jahren anzusiedeln.

Das „Uhland-Café“ hat ein großes Einzugsgebiet. Bis zum Bodensee reicht es, das erkennt man schon an den Nummernschildern auf dem Parkplatz. Mittwochs kann man sich bereits ab Zwei zum „Tanztee“ einfinden, am Freitag gibt es die „Ü 30-Nacht.“ Beim „Tanztee“ gibt es zwischen 18 und 19 Uhr für jeden Gast eine „After-Work-Suppe“ umsonst.

„Viele Freundschaften unter den Gästen haben sich im Lauf der Jahre entwickelt“, sagt Karin Stricker stolz. Aber nicht nur das: Auch drei, vier Hochzeiten haben sich aus diesen Bekanntschaften schon ergeben. „Manchmal“, sagt Stricker lachend, „reicht es auch nur zu einem nächtlichen Spaziergang in einen Weinberg.“

Im Dorf selber nicht so gefragt

Gäste aus der Umgebung können die Wirtsleute eher selten begrüßen. „Am Anfang haben wir in Wurmlingen nicht mal eine Wohnung gefunden“, bedauert Karin Stricker: „Die haben gesagt, wer weiß, wie lange das mit dem Lokal gut geht?“ Nur an Silvester konnte man in den letzten Jahren auch Einheimische auf der Reservierungsliste sehen.

Große Namen gaben sich schon die Ehre bei den Strickers, vor allem, als sie auch noch die Halle bewirteten: Angela Merkel war da, Lothar Späth, Erwin Teufel oder Walter Schultheiß. „Aber am schönsten haben mir immer die Hochzeiten gefallen“, schwärmt Karin Stricker noch heute. „Da gab es den Sektempfang im Garten, ein Kuchenbüffet und dann die Musikkapelle.“

Einen Foxtrott kann doch jeder

Inzwischen hat sich die Bar im Eingangsbereich gefüllt. Die Gäste plaudern miteinander, man kennt sich. Walter Stricker brät Rote Würste, begrüßt nebenher die Besucher mit Namen, das Büffet wird aufgedeckt, die Kapelle macht sich zum spielen bereit. Uschi, die schon 17 Jahre als Bedienung im „Uhland-Café“ arbeitet, liefert die ersten Bestellungen der Gäste an den Tischen aus. „Ich begrüße meine Gäste immer mit Handschlag“, sagt sie, „sie sollen sich hier wie zu Hause fühlen.“

Es ist gerade einmal sieben Uhr vorbei, da gehen die ersten Paare schon auf die Tanzfläche. Einen Foxtrott – das kann ja nun wirklich jeder.

Vor allem für ältere Semester ist das „Uhland-Café“ ein beliebter Treffpunkt. Aus manchem Foxtrott ist schon Dauerhafteres geworden, weiß das Wirtsehepaar Stricker. Und manchmal klingt das Tanzvergnügen ja immerhin zu einem nächtlichen Spaziergang in den Weinbergen. Archivbild: Mozer

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Erstellt:
27. Mai 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Mai 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2010, 12:00 Uhr

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