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Fast 500 Anteile wurden gezeichnet

Das Reutlinger Programmkino kann kommen, wird aber wohl nicht Kamino heißen

Das Kino auf dem Wendler-Areal gewinnt an Kontur. Rund 120 Genoss(inn)en und solche, die es werden wollen, informierten sich am Freitag über den aktuellen Stand des Reutlinger Programmkino-Projekts.

17.03.2014

Von Uschi Kurz

Reutlingen. Das Programmkino, das in Reutlingen in der ehemaligen Wendler-Fabrik entstehen soll, stößt auf großes Interesse in der Bevölkerung: Über 50 Kinofreund/innen fanden sich am Freitagabend zunächst am geplanten Standort auf dem Wendler-Areal ein. Später im Haus der Jugend bei der Mitgliederversammlung der Vorgenossenschaft („Vor“, weil sie sich gerade noch in der Gründungsphase befindet), waren es sogar weit über 100. Und es wären wohl noch mehr gekommen, wenn es nicht eine kleine Panne mit den Einladungs-E-Mails gegeben hätte.

„Wir stehen hier direkt davor“, erläuterte Klaus Kupke anhand der Pläne des Architekturbüros Riehle und Partner den Grundriss des barrierefreien Kinos, das schon bald in dem alten Gemäuer Einzug halten soll. Dass dabei der industrielle Charakter erhalten bleiben soll, stieß auf Zustimmung der Anwesenden. Allerdings, so Andreas Vogt, müsse für den Kinosaal nicht zuletzt aus akustischen Gründen, eine völlig neue „Raumschale“ geschaffen werden. Der Saal ist ansteigend und mit einem Abstand von 1.20 Meter zwischen den Sitzen „sehr komfortabel“ konzipiert. Für Rollifahrer wird eine überbreite Sitzreihe in der Mitte des Saales vorgehalten, die bequem befahren werden kann.

Ein kleiner Gastrobereich („Kein Lokal, sondern nur eine Bar für das Kino“) im Foyer und eine überdachte Aufenthaltsfläche vor dem Kino ergänzen die knapp 230 Quadratmeter große Grundfläche. Ob es Parkplätze direkt beim Kino geben wird, wollte ein Besucher wissen. Kupke und Vogt verneinen, allerdings hoffe man auf dem Gelände wenigstens ein bis zwei Bindertenparkplätze einrichten zu können. Sie verwiesen auf die beiden Parkhäuser in unmittelbarer Nähe und die Tatsache, dass der Standort gut mit den Nahverkehr zu erreichen sei. Ende März soll das Baugesuch eingereicht werden, „dann können wir noch vor der Sommerpause mit dem Bau beginnen“, so der ehrgeizige Zeitplan.

Beeindruckend waren auch die Zahlen, die Karin Zäh später im überfüllten Saal des Hauses der Jugend zum Thema „Mitgliederstand und Finanzen“ präsentierte: Stand Freitag waren der Vorgenossenschaft 393 Menschen beigetreten, sie haben insgesamt 484 Anteile zu jeweils 200 Euro gezeichnet. Das bedeutet, ist die Gründung der Genossenschaft erst einmal vollzogen (das wird in etwa acht Wochen der Fall sein), könne diese über 98 000 Euro verfügen: „Das ist toll“.

Auch Förderanträge wurden bereits gestellt. Bei der Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin in Höhe von 200 000 Euro. Sollte dieser bewilligt werden, wäre darin ein 30-prozentiger Zuschuss beinhaltet. Auch bei der Aktion Mensch soll ein Zuschussantrag gestellt werden und bei der Stadt Reutlingen für die laufenden Kosten, das wiederum könnte eine Komplementärfinanzierung der MfG Filmförderung Baden-Württemberg nach sich ziehen. Auch nach einer Hausbank für zusätzlich benötigte Kredite haben sich die Macher/innen des Programmkinos bereits umgeschaut. Das Gespräch sei in sehr wohlwollender Atmosphäre verlaufen, als die Banker hörten, wie viele Mitglieder die Vorgenossenschaft bereits hat. „Das ist ein gutes Pfand, wenn wir Sie im Rücken haben“, forderte Zäh auf, weitere Mitglieder zu werben.

Für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit ist Andreas Kissel zuständig. Er verwies auf die Homepage, die schon bald ein professionelleres Gesicht bekommen soll. Und darauf, dass Sponsoren und Spender gesucht werden. Spendenbescheinigungen seien kein Problem, denn die Genossenschaft strebe Gemeinnützigkeit an. Einen kleinen Wermutstropfen musste Kissel den anwesenden Cineast(inn)en am Ende einschenken. Der Name „Kamino“ ist bereits geschützt und darf für das Reutlinger Programmkino wahrscheinlich nicht verwendet werden.

Klaus Kupke (rechts) und Andreas Vogt erläuterten am künftigen Standort auf dem Wendler-Areal den Entwurf für das Kino, das einmal Platz für 87 Besucher bieten soll. Das Baugesuch ist fast fertig und wird demnächst eingereicht.

Eigentlich sollte der große Kamin auf dem Wendler-Areal dem Reutlinger Programmkino seinen Namen geben. Doch weil „Kamino“ in Deutschland bereits geschützt ist, darf er nicht verwendet werden. Bis auf weiteres lautet der Arbeitstitel deshalb „Kino am Kamin“. Ob „Kamino“, „Kino am Kamin“ oder „Kaminkino“, das Reutlinger Programmkino sucht nicht nur weitere Genossinnen und Genossen, sondern auch Menschen, die aktiv mitarbeiten möchten. Vom Kartenabreißen und Filmvorführen, über hausmeisterliche Tätigkeiten, bis hin zur Programmgestaltung – die Möglichkeiten, sich einzubringen, sind vielfältig. Informationen gibt es telefonisch unter 07121–129177 oder per E-Mail unter info@programmkino-reutlingen.de.

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Erstellt:
17. März 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
17. März 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. März 2014, 12:00 Uhr

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