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Das Reisefieber soll steigen
Die Malediven sind dieses Jahr Partnerland der ITB. Der Inselstaat im Indischen Ozean wirbt mit Sonne, blauem Meer und Traumstränden. Foto: Sven Kaufmann
Nach schwachem Start ins Jahr hofft die Branche auf bessere Zeiten

Das Reisefieber soll steigen

Terroranschläge haben für einen schlechten Start der deutschen Reiseindustrie ins Jahr 2016 gesorgt. Trotzdem hofft sie auf Wachstum. Denn die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen.

09.03.2016
  • DIETER KELLER

Berlin. Spanien, Portugal und Italien dürften in diesem Jahr als Urlaubsländer der Deutschen besonders gefragt sein, nicht zu vergessen Deutschland. Außerdem verspricht 2016 das "Jahr der Karibik" zu werden, erwartet der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig. Insbesondere Kuba erlebt große Wachstumsraten. Dagegen brachen die Buchungen für die Türkei, Ägypten und Tunesien im Januar um 40 Prozent und mehr ein, eine Folge der Terroranschläge.

Sie sorgen für erhebliche Verunsicherung und Probleme in der Branche, ist im Vorfeld der 50. Internationalen Tourismus-Börse (ITB) zu spüren, die gestern Abend in Berlin eröffnet wurde. "Es wird bestimmt ein herausforderndes Jahr für die deutsche Reisebranche, aber wir sind trotzdem verhalten optimistisch", lautet Fiebigs Einschätzung. Denn von Urlaubsmüdigkeit kann keine Rede sein, im Gegenteil: Die Konsumlaune der Verbraucher ist weiter hoch, Einkommen steigen, die Arbeitslosigkeit ist niedrig - alles gute Vorzeichen fürs Reisejahr.

Seit Anfang Februar nehmen die Buchungen wieder merklich zu. Dennoch ist offen, ob gerade die Türkei noch aufholen kann. Mit über 5,5 Mio. Gästen allein aus Deutschland stand sie 2015 wieder an dritter Stelle der beliebtesten Auslandsziele der Deutschen. Doch der Terroranschlag in Istanbul im Januar, dem 11 deutsche Touristen zum Opfer fielen, hat für Verunsicherung gesorgt.

"Wenn die Sicherheit gewährleistet ist, werden die Gäste relativ schnell zurückkehren", versucht der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel, der Branche mit Blick auf frühere Vorfälle Mut zu machen. Schon bei den Preisen sei die Türkei "hoch attraktiv". Er befürchtet aber auch keine Kapazitätsprobleme etwa in Spanien, wohin sich die Urlauber verstärkt orientieren dürften. Veranstalter hätten Flüge und Hotels nachgebucht. An manchen Plätzen wie den Kanarischen Inseln habe es Überkapazitäten gegeben. Für die Haupt-Urlaubswochen gilt allerdings der Rat, rechtzeitig zu buchen.

Das beliebteste Reiseziel der Bundesbürger ist immer noch Deutschland selbst, und das mit steigender Tendenz: Zumindest die Veranstalter melden bei im Reisebüro gebuchten Angeboten einen Zuwachs von 15 Prozent. Schon 2015 gab es mit 436 Mio. Übernachtungen einen neuen Rekord, wozu ausländische Gäste überdurchschnittlich viel beitrugen. Kein Wunder, dass sich Frenzel sorgt, die Ausländerfeindlichkeit könnte zunehmen: "Radikalisierung macht das Land nicht attraktiver."

Dass selbst vermeintliche Traumziele ihre Schattenseiten haben, zeigt das diesjährige Partnerland der ITB, die Malediven: Der Inselstaat im Indischen Ozean wirbt mit Sonne, blauem Meer und Traumstränden. Mit 105 000 Touristen waren die Deutschen 2015 eine der fünf wichtigsten Urlaubernationen. Doch zum einen sind die Inseln, die meist nur maximal einen Meter über dem Meeresspiegel liegen, durch den Klimawandel gefährdet. Zum anderen wird von der Hauptinsel Malé - die allerdings eher selten von Touristen besucht wird - von einer Gruppe gewaltbereiter Islamisten berichtet. Der Tourismus-Minister Moosa Zameer wies Befürchtungen zurück, sein Land und die Hauptstadt könnten unsicher sein. Kritiker in Deutschland beklagen auch Menschenrechtsverletzungen und die Einschränkung der Meinungsfreiheit. Der Tourismus sichert etwa ein Drittel aller Arbeitsplätze der Malediven.

Das führt direkt zum Thema Flüchtlinge. Frenzel sieht im Tourismus einen wichtigen Faktor, um die Zahl der Wirtschaftsflüchtlinge zu reduzieren. So sorgten allein die Reisen der Deutschen für 750 000 Arbeitsplätze in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Im Inland sieht er gute Chancen, Flüchtlinge in der Tourismuswirtschaft zu beschäftigen, die schon heute Mitarbeiter aus vielen Ländern habe.

Fachmesse unterm Funkturm

Berlin 50 Jahre nach ihrer Premiere lockt die Internationale Tourismus-Börse (ITB) von heute bis zum Sonntag die Reisebranche nach Berlin. Sie ist hauptsächlich eine Fachmesse; Privatbesucher haben nur am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr Zutritt. Für die Tageskarte zahlen sie 12 Euro im Online-Vorverkauf und 15 Euro vor Ort, Schüler und Studenten 8 Euro. Im vergangenen Jahr kamen 175 000 Besucher, zwei Drittel waren Fachleute. Die Messe rechnet mit Geschäftsabschlüssen von knapp 7 Mrd. Euro.

Shanghai 2017 will die Messe Berlin erstmals einen ITB-Ableger in China veranstalten. Er soll danach jährlich in Shanghai stattfinden, um dem rasant wachsenden Reisemarkt Chinas eine Plattform zu bieten. Seit 2008 gibt es eine ITB Asia in Singapur. dik

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09.03.2016, 08:30 Uhr
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